Netzausbau
Norwegen soll Energiepartner werden

Norwegens Rolle als zentraler Energielieferant für Deutschland soll ausgebaut werden. Dafür hat Angela Merkel bei einer Kurz-Visite in Oslo geworben. Mit ihrem Gastgeber verstand sie sich sichtlich gut.
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OsloBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Oslo für eine Ausweitung der ohnehin starken Energiezusammenarbeit mit Norwegen geworben. Nach einem Gespräch mit ihrem sozialdemokratischen Amtskollegen Jens Stoltenberg in Oslo sagte die Kanzlerin am Mittwochabend: „Wir schätzen die Verlässlichkeit und Transparenz der Energielieferungen aus Norwegen.“ Die Skandinavier sind Deutschlands zweitwichtigster Lieferant von Erdgas hinter Russland.

Merkel hatte zu dem kurzen Arbeitsbesuch auch Vertreter der deutschen Energiewirtschaft mitgebracht. Ebenso wie Stoltenberg hob sie den Ausbau der beiderseitigen Energiezusammenarbeit durch ein geplantes neues Gleichstromkabel zwischen beiden Ländern hervor. Damit soll der Austausch nachhaltiger Energie aus Wind- und Wasserkraft ausgebaut werden. Dies habe „auch symbolische Bedeutung“.

Bei dem gemeinsamen Auftritt beider Politiker in betont herzlicher Atmosphäre lobte Stoltenberg das „ungewöhnlich starke persönliche Interesse“ der Bundeskanzlerin an Norwegen. Auf eine Journalistenfrage zu den fast gleichzeitigen Wahlterminen beider Länder im September sagte Merkel: „So lange wir beide Verantwortung tragen, sind die Beziehungen sehr gut.“ Allerdings sei das auch schon unter Vorgängern so gewesen und es werde wohl auch unter veränderter Führung so sein.

Norwegen werde nicht ganz zu Unrecht als „vielleicht wichtigstes Nicht-Mitglied der EU“ eingestuft. Merkel hatte Oslo zuletzt am 10. Dezember zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU besucht. Sie sagte zu ihrem Verhältnis zu den Nordeuropäern: „Was wir in Deutschland lernen können, dass wir nicht nur auf uns bezogen sind, sondern wir auch Teil der Welt sind. Ich finde, von Norwegen kann man hier vieles lernen.“ Norwegen habe immer auf internationale Organisationen und immer auf die Vereinten Nationen gesetzt. Nach einem Essen mit Stoltenberg und Regierungsvertretern war noch für den Abend der Rückflug nach Berlin geplant.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Netzausbau: Norwegen soll Energiepartner werden"

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  • Hallo Fredi
    Norwegen setzt voll auf immer neu entdeckte Öl- und Gasvorräte vor seinen Küsten. Empfehlenswerterweise schauen Sie mal hier nach: http://goo.gl/wh5wY
    Frau Merkel ist deshalb nach Norwegen gereist. Deutschland benötigt aufgrund seines exorbitanten und bereits weit überdimensioniertem EE-Anlagenausbaus neue und verlässliche Gaslieferanten, um die volatilen Stromlieferungen der EE-Kraftwerke mit schnellen Gaskraftwerken zu glätten und dem Bedarf anzupassen. Eventuell dafür geeignete riesige Pumpspeicherkraftwerke lassen sich in Deutschland nicht mehr rentabel betreiben und werden daher keine Lösung sein. Zudem sie heftig bekämpft werden.
    Ein Seekabel mit 1400 MW Übertragungsleistung wird nur dann gebaut werden, wenn sich die gegenwärtig projektierenden Parteien daraus einen langfristigen Handelsgewinn aus dem Stromverkauf an der Börse ausrechnen können. Und dieser wird sich nicht an volatilen Überschüssen aus der Windenergie richten. Eher schon nach zeitlich unterschiedlichen Währungs- und Produktionsbedingungen aller Arten von Energieträger. Das Seekabel ist prinzipiell nur ein internationaler Handelsweg und wird niemals zur Sicherstellung der deutschen Stromversorgung geeignet sein. Könnte ja von der anderen Seite gesperrt werden. Existenzielle Stromversorgungsprobleme sollten wir besser im eigenen Land sicher stellen.
    Alina Alanka

  • Frau Merkel kann man die Erleichterung ansehen, endlich mal jemand mit dem man zu Hause auch vernünftig deutsch reden kann. -:)

  • Sie haben wohl umweltfreundlichen Kohlestrom? Naja das CO2 kann man nutzen, um aus Solarstrom in Überschußzeiten Erdgas zu produzieren!

    Norwegen ist sehr wohl an dem Ausbau der Wasserkraft interessiert. Sie setzen voll auf Alterntive Energien, da sie wissen, daß Öl-reserven endlich sind, und sie jetzt die Mittel haben, EE aufzubauen. Norwegische Unternehmen sind es auch, die führend auf vielen Gebieten der Nutzung erneuerbaren Energien sind. Felder, aus denen sich die Deutschen augrund der rückständigen Lobbypolitik der schwarz-geld Regierung zurückziehen.

    Übrigens, wenn sich eine HGÜ Verbindung nur bei steteiger Auslastung rechnet und eine in Planung ist, was bedeudet dies?

    Aber nutzen sie schön weiter den Atomstrom. bezahlen sie dann bitte auch die Risikovorsorge (alle 10 Jahre kommt es zu einem Gau, irgendwann ist auch Deutschland dran) und die Entsorgung des Mülls, vielleicht auf Ihrem Grundstück!

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