Neue CSU-Spitze
Seehofer bastelt an der Zukunft

Einen geordneten Übergang will Horst Seehofer, wenn sich der CSU-Chef bald aus der Politik zurückzieht. Deshalb ernannte er nun drei neue Partei-Vizechefs – und erweiterte den Vorstand um einen fünften Stellvertreter.

MünchenCSU-Chef Horst Seehofer hat personelle Weichen zur Vorbereitung der Bundestagswahl 2017 und der bayerischen Landtagswahl 2018 gestellt. Am Montag stellte Seehofer in München seine künftigen fünf Parteivizes vor und bezeichnete diese als „die tragenden Säulen in der CSU“ für die nächsten Jahre. Die neuen Stellvertreter müssen vom Parteitag im November noch bestätigt werden.

Seehofer, der CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident ist, hat seinen Rückzug aus der Politik zur Landtagswahl 2018 angekündigt und will einen geordneten Übergang erreichen. In den vergangenen Monaten hatte es in der CSU-Spitze Personalquerelen gegeben. Der bisherige stellvertretende CSU-Chef Peter Gauweiler trat im März im Streit um die Euro-Rettungspolitik zurück, der ebenfalls zu den Seehofer-Stellvertretern zählende Peter Ramsauer kündigte seinen Rückzug an.

Neben der im Amt bleibenden Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bundesagrarminister Christian Schmidt werden die beiden Europapolitiker Manfred Weber und Angelika Niebler neue Parteivizes. Außerdem wird der Vorstand um einen fünften Parteivize erweitert, diesen Posten soll der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl bekommen. Seehofer setzt in Gribl die Hoffnung, der in den Großstädten schwächelnden CSU mehr großstädtisches Profil zu geben.

Seehofer kündigte an, seine neuen Stellvertreter zum „Kern des Strategieteams“ zu machen, mit dem er die nächsten Wahlen vorbereiten will. Dieses solle „die großen Linien und die großen Weichenstellungen“ der künftigen CSU-Politik festlegen.

Zu dem Team sollen etwa zehn Männer und Frauen gehören, außer den Parteivizes auch Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer, CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und Junge-Union-Chef Hans Reichhart. Außerdem soll der über eine Plagiatsaffäre gestürzte frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Fachfragen in dem Gremium mitarbeiten. Für Guttenberg ist dies ein Comeback in der CSU-Parteiarbeit.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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