Neue Regelung gefunden
Über Organspende soll bald jeder entscheiden

Für tausende Menschen ist es ein Wettlauf mit dem Tod. Rund 12.000 Kranke warten auf ein Spenderorgan - meist vergebens. Jetzt sollen sich viel mehr Menschen für eine Spende entscheiden - möglichst alle.
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BerlinJeder Erwachsene in Deutschland wird künftig regelmäßig per Brief aufgefordert, sich für oder gegen eine Organspende nach dem Tod zu entscheiden. Angesichts des drastischen Organmangels soll diese grundlegende Reform die geringe Zahl der Spender spürbar und schnell erhöhen. Einen Zwang zur Entscheidung soll es nicht geben.

Nach mehr als 15 Jahren Debatte mit vielen Rückschlägen erzielten Spitzenvertreter und Fachpolitiker aller im Bundestag vertretenen Fraktionen sowie die Bundesregierung am Donnerstag den Durchbruch. Sobald der geplante Gruppenantrag im Sommer Gesetz geworden ist, sollen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Menschen schriftlich nach ihrer Spendebereitschaft fragen.

Man kann dann die Bereitschaft erklären (Ja), sie verneinen (Nein) oder das Anschreiben einfach wegwerfen. Auch die Bereitschaft, nur bestimmte Organe zu spenden, soll man erklären können, zudem soll man bestimmte Organe ausdrücklich ausschließen können. Die Erklärung soll wie bisher auf einem Organspendeausweis aus Papier dokumentiert werden.

Wenn dies technisch möglich ist, soll die Entscheidung auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können. Diesen Eintrag sollen die Versicherten selbst an Terminals etwa beim Arzt vornehmen können. Sie sollen das aber auch ihren Ärzte oder ihrer Krankenkasse überlassen können. Die technischen Möglichkeiten solle die für die Karte zuständige Gesellschaft der Akteure im Gesundheitswesen, die Gematik, bis 2013 entwickeln.

Die erste Welle an Aufforderungen zur Entscheidung ohne Zwang soll binnen eines Jahres bis Mitte 2013 komplett verschickt sein. Dann sollen die Bürger den jetzigen Planungen zufolge ab Mitte 2015 und dann im Weiteren alle zwei Jahre auf dieselbe Weise nach ihrer Spendebereitschaft gefragt werden. Die Bürger sollen vor einer Entscheidung umfangreich informiert werden.

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Fast 70 Prozent sind zur Organspende bereit

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  • Es geht um OrganHANDEL, also um ein Geschäft. Den Geschäftsinteressen der Bundesärztekammer und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) werden Menschenleben geopfert. Die Volksvertreter schauen untätig zu. Inzwischen ist klar: Das Hirntod-Konzept ist ein TÖTUNGS-Konzept. Dieses Marketingkonzept ist gut für die Geschäfte mit den Organen, für die Betroffenen ist es im Effekt aber ein TÖTUNGS-Konzept. Die juristische Aufarbeitung hat gerade erst begonnen. Die Staatsanwaltschaft Berlin ist mit der Sache befaßt. Hier der Text der Strafanzeige: http://www.spkpfh.de/Strafanzeige_wegen_Mordes_gegen_Bundesaerztekammer_und_DSO.htm

  • Hier gibt es noch wichtige Zusatzinformationen zum neuen Transplantationsgesetz:

    http://spkpfh.de/Organbeschaffungsgesetz.htm

  • Bei der ganzen Diskussion, wird der Mensch nur noch als Ersatzteile-Lieferant betrachtet.
    Soviel ich von meinem Arzt zu diesem Thema erfahren habe, ist ein Mensch bei Hirntod nicht Tod. Bei einer Transplation, müssen alle Körperfunktionen voll in Takt sein.
    Dass heißt für mich, ein sogenannter Hirntod, bedeutet dass der übrige Organismus noch seine Funktionen besitzt, also schlachtet man einen noch Lebenden Körper aus! Ist dies nicht Mord???
    Ich für mich habe entschieden, und meine Familie schriftlich Informiert, dass ich kein Organspender bin.
    Für mich ist es ein Skandal, wie der Staat und die Öffentlichkeit, sehr leichtfertig mit diesem Thema um geht.
    Diese Entscheidung trifft jeder einzelne für sich, und der Staat hat sich heraus zu halten. Auch bin ich über die Kirchen zu diesem Thema sehr verärgert, denn über dieses Thema steht nichts in der Bibel.
    Danke

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