Neuer Schatzmeister
Knappe Kassen bei der FDP

Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke soll als Schatzmeister die Finanzen der Partei aufräumen. Viel Spielraum gibt es nicht. Mit dem Verlust von Mitgliedern und Mandaten gingen auch die Einnahmen der Partei zurück.
  • 0

KarlsruheMit Geld kennt er sich aus. Seit Jahren achtet Otto Fricke darauf, dass die Politik den Steuerzahlern keine unnötigen Risiken aufbürdet. Als Finanzfachmann der FDP-Fraktion hat er sich im Haushaltsausschuss des Bundestages über Parteigrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Fricke gehört zur kleinen Gruppe der schwarz-gelben Koalitionspolitiker, die an vorderster Front die Maßnahmen zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise beraten. Wenn vor Bundestagsentscheidungen in letzter Minute dicke Euro-Dosssiers auf Englisch aus Brüssel kommen, bereiten Fricke und sein Team für die FDP-Abgeordneten die komplizierten Details mundgerecht auf.

Jetzt wird sich der 46-jährige Jurist als neuer Schatzmeister und Nachfolger von Patrick Döring auch um die Finanzen der FDP kümmern. Dort ist Sparen angesagt wie im Bundeshaushalt. Durch die desaströsen Wahlergebnisse in den Ländern schrumpfen die Zuschüsse aus der staatlichen Parteienfinanzierung.

Dazu kommt der Mitglieder- und Spendenschwund. Fricke muss die Parteifinanzen konsolidieren, gleichzeitig aber Spielräume für den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr schaffen. Die FDP wird viel Geld ausgeben müssen, um den angestrebten Wiedereinzug in den Bundestag kommunikativ zu begleiten.

Der am 21. November 1965 in Krefeld geborene, dreifache Familienvater ist ein offener, unideologischer Gesprächspartner. Wenn er nicht in Berlin oder zu Hause in Krefeld ist, sollte man Fricke in Holland suchen. Er spricht fließend Niederländisch und schätzt das Nachbarland ungemein. Als er ein Kind war, liefen bei seinen Eltern oft holländische Fernsehsender.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuer Schatzmeister: Knappe Kassen bei der FDP"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%