Neuregelung
Ostdeutsche sollen als Erntehelfer im Westen ran

Landwirte in Westdeutschland wollen zur Ernte dieses Jahr verstärkt arbeitslose Ostdeutsche einsetzen. 71 Jobsuchende meldeten sich laut Arbeitsagentur bereits freiwillig. Hintergrund ist eine von der Bundesregierung erlassene Neuregelung, wonach mindestens zehn Prozent einheimische Erntehelfer eingesetzt werden müssen.

HB EBERSWALDE. In den Vorjahren hatten fast ausschließlich Saisonkräfte aus Osteuropa auf den Feldern gearbeitet. Die Erntehelfer erhalten für ihren mehrwöchigen Einsatz den hessischen Tariflohn von 5,28 Euro pro Stunde. Außerdem zahlt die Arbeitsagentur 20 Euro Zuschuss pro Tag und subventioniert die Fahrtkosten, wie der leiter der Arbeitsagentur im bandenburgischen Eberswalde, Christian Ramm, erklärte.

Am Mittwoch waren mehrere Bauern aus der Region Darmstadt nach Eberswalde gereist, um Einstellungsgespräche mit 130 von der dortigen Arbeitsagentur zuvor ausgewählten Arbeitslosen zu führen. Dabei hätten sich 71 Jobsuchende freiwillig für die Saisonarbeit entschieden und gleich Arbeitsverträge unterzeichnet, sagte Ramm. „Die Arbeitsmarktlage ist sehr schwierig, und wir hoffen, dass sich aus der Saisonarbeit in Hessen für den einen oder anderen ein Dauerarbeitsplatz ergibt.“ Im Agenturbezirk Eberswalde nordöstlich von Berlin liegt die Arbeitslosenquote bei 21,5 Prozent.

„Solche Beispiele müssen Schule machen“, erklärte Ulrich Waschki von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. „Wir haben die anderen westdeutschen Agenturen aufgefordert, sich ebenfalls Partner im Osten zu suchen.“ Mit Blick auf frühere Diskussionen, wonach deutsche Arbeitslose solche Arbeiten nicht übernehmen wollten, verwies Waschki auf den Erfolg der Eberswalder Aktion. „Man sieht, dass Menschen bereit sind, auch für eine so niedrig bezahlte Arbeit quer durch das Land zu reisen“, sagte er.

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