Nordrhein-westfälische Metallindustrie
IG Metall fordert Abschluss der Tarifrunde

Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat den Arbeitgebern eine letzte Frist bis zum kommenden Dienstag für eine Einigung im Tarifkonflikt der Metallindustrie gesetzt. Diese setzen nun auf eine Einigung in letzter Minute, um einen unbefristeten Streik doch noch abwenden zu können.

HB DÜSSELDORF. Falls bis zum kommenden Dienstag kein Ergebnis vorliege, werde die IG Metall das Scheitern der Gespräche verkünden, sagte der Verhandlungsleiter der nordrhein-westfälischen IG Metall, Detelf Wetzel, nach der sechsten Verhandlungsrunde am Dienstagabend in Düsseldorf. Die Tarifkommission der Gewerkschaft werde bereits am Donnerstag über einen entsprechenden Vorratsbeschluss befinden. „Wir haben nur noch wenige Tage“, betonte Wetzel.

Beide Seiten seien auch nach den knapp siebenstündigen Gesprächen beim Thema Löhne und Gehälter noch meilenweit auseinander, beklagte er. Eine Annäherung habe es aber in den Bereichen Qualifizierung der Mitarbeiter und vermögenswirksame Leistungen für die Beschäftigten gegeben. Die Arbeitgeber hätten aber erneut kein neues Angebot vorgelegt. Deshalb sei er skeptisch, ob am Freitag eine Einigung gelingen werde.

Der Verhandlungsleiter der Arbeitgeber, Michael Jäger, sagte dagegen, er sei optimistisch, dass am Freitag ein Abschluss gelingen werde. „Wir sind aufeinander zugegangen“, betonte er. Am Dienstag habe es bereits erste Fortschritte gegeben. Als Beispiele nannte er wie Wetzel Qualifizierung und vermögenswirksame Leistungen. Es zudem bereits über „Zahlen und Strukturen“ gesprochen worden. Ziel sei es nun, eine Einigung bei allen strittigen Themen zu finden. „Am Freitag wollen wir zielführende Verhandlungen führen“, kündigte Jäger an.

Die Arbeitgeber hatten zu Beginn der sechsten Verhandlungsrunde die Gewerkschaft aufgefordert, sich zu bewegen, und zugleich ein neues Angebot angekündigt. Wetzel hatte sich kompromissbereitgezeigt: Der Gewerkschaft sei klar, dass am Ende weniger herauskommen werde als fünf Prozent, sagte er. Bislang hatte die IG Metall fünf Prozent mehr Lohn für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche gefordert. In Düsseldorfer Verhandlungskreisen hieß es, eine neue Offerte werde voraussichtlich erst am Freitag auf den Tisch kommen.

Die Unternehmer hatten in der von bundesweiten Warnstreiks begleiteten Tarifrunde bislang zwei Erhöhungen um jeweils 1,2 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten. Zusätzlich haben sie Einmalzahlungen von 0,6 Prozent in diesem und 0,4 Prozent im nächsten Jahr offeriert, die aber an die Leistungsfähigkeit der Firmen gekoppelt sein sollen. Die IG Metall hatte dieses Angebot scharf zurück gewiesen und ihre Warnstreiks fortgesetzt.

Nordrhein-Westfalen gilt neben Baden-Württemberg als möglicher Pilot-Bezirk für einen Abschluss. Die Gespräche in Baden-Württemberg sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

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