CDU-Landeschef
Röttgen würde so gerne mit den Grünen flirten

Angesichts der schlechten Umfragewerte der FDP in Nordrhein-Westfalen sucht die CDU nach einer Alternative. Landeschef Norbert Röttgen würde ja gerne mit den Grünen anbandeln - aber die wollen nicht.
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DüsseldorfUnter den nordrhein-westfälischen Parteien hat die Suche nach möglichen Koalitionspartnern begonnen. Einen Tag nach dem Scheitern von Rot-Grün schloss CDU-Landeschef und Bundesumweltminister Norbert Röttgen ein schwarz-grünes Bündnis nach der Landtagswahl im Mai nicht aus. Die Grünen erteilen solchen Gedankenspielen umgehend eine Absage. Zusammen mit der SPD wollen sie mit einem klaren Bekenntnis zueinander in den Wahlkampf ziehen.

„Selbstverständlich wird so koaliert, wie die Mehrheiten möglich sind“, sagte Röttgen am Donnerstag dem Hörfunksender WDR 2. Die Partei sei nicht von vornherein auf eine Koalition mit der FDP festgelegt. Wenn die CDU erneut stärkste Partei bleibe, „dann können wir mehrere Koalitionsoptionen haben“.

Die Grünen wollen sich zum Beginn des Wahlkampfs allerdings nicht auf eine Koalitionsdebatte einlassen. „Wenn Rot-Grün die Mehrheit hat, machen wir Rot-Grün“, sagte Bundestagsfraktionsvize Bärbel Höhn im ARD-„Morgenmagazin“. Ihre Partei strebe in NRW eine stabile Regierung mit der SPD an. Da auch die Umfragen für eine Fortsetzung des Bündnisses sprächen, müsse nicht über eine Koalition mit der CDU nachgedacht werden.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kündigte unterdessen an, im Wahlkampf eine verschärfte Auseinandersetzung mit der Piratenpartei zu führen. Die Grünen müssten „genauer hinter die Fassade der Piraten gucken“ und kritisch hinterfragen, was sie an politischen Lösungen für das hoch verschuldete Land anzubieten haben, sagte Roth der Tageszeitung „Die Welt“. Die Piraten gelten als direkte Konkurrenz der Grünen.

Die Liberalen geben sich trotz dramatisch schlechter Umfragewerte in NRW optimistisch. „Wir können es schaffen, auch in dieser kurzen Zeit“, sagte FDP-Landeschef Daniel Bahr im Deutschlandfunk. Neuwahlen mischten die Karten immer wieder neu. Ob er selbst die FDP in den Landtagswahlkampf führen werde, stehe noch nicht fest. Über diese Frage sollte noch am Donnerstag in den Parteigremien beraten werden. Die FDP liegt derzeit in Umfragen bei maximal drei Prozent.

Am Mittwoch war die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW gescheitert. Nachdem die Koalition ihren Haushaltsentwurf im Landtag nicht durchbringen konnte, löste sich das Parlament einstimmig auf. Spätestens am 13. Mai wird es in Nordrhein-Westfalen Neuwahlen geben.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat unterdessen Spekulationen zurückgewiesen, sie könne nach einem Wahlsieg in NRW möglicherweise zur SPD-Kanzlerkandidatin für 2013 aufrücken. Im ARD-„Morgenmagazin“ versicherte sie: „Ich bleibe in Nordrhein-Westfalen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Diese Meldung hat mich weniger überrascht. Konsequenter Weise setzt eine Bundeskanzlerin den Reigen ihrer Befindlichkeiten in punkto Konkurrenz fort. Die letzte Karte, sie sticht nicht. Da hat es keine Buben mehr in der Reihe evtl. kompetenter Nachfolger und die Mädels, weismann doch, sie befinden sich auf gleichem Niveau. Zwei stricken, eine fallen lassen.

    Röttgens Karriereknick wurde bereits vollzogen. Rot-Grün hat eine "funktionierendes" Regierungkabinett von "schwarz-gelb" aufgelöst. Ich meine deren Wähler. Und da beide dort mit links partout nicht wollen, eine Hängepartie eingeführt haben, scheint das Ergebnis nicht mehr verwunderlich.

    Kaum zu glauben, daß links-einfältige-WählerINnen nunmehr zur rechten Blockparteienszene überwechseln. Zur Urne schreiten werden sie trotzdem, alleine der Tatsache wegen, ihrer Stimme auch andernorts Gehör zu verschaffen.

  • Ich möchte nicht mit "selbstgestricketen Klamotten an Torffeuern sitzen" und beziehe klar Position dagegen. Wir brauchen keine Partei, die ein Image gut pflegen und vermittel kann. Keinen Parteien Wettlauf wer die grünste unter den Grünen ist. Wir brauchen eine Koalition, die die wesentlichen Probleme NRWs angeht. Arbeitslosigkeit, Verschuldung, sowie demographischer Wandel. Welche Farbe diese Koalition letzt endlich trägt ist es gleich.

  • Mal etwas lexikalischer: Philip, Philipp, zappelmaxe, suppenkasper, drönbüddel, schlaukopf.

    So, nun dürfte Ihre Mittagspause gerettet sein.

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