Nordrhein-Westfalen Wahl 2017

TV-Duell in NRW
Die Qual der Wahl

Knapp zwei Wochen vor den Wahlen in NRW machen die beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU im TV-Duell eines deutlich: Die großen Unterschiede sucht man zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet vergeblich.
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DüsseldorfHannelore Kraft wirkt in ihrem SPD-roten Blazer selbstsicher und ruhig, während sie entspannt lächelnd in die Kamera schaut, die Hände auf dem Pult vor sich gefaltet. Armin Laschet (CDU) steht mit heruntergezogenen Mundwinkeln und zusammengekrümmten Augenbrauen neben der amtierenden Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und versucht krampfhaft, nicht angestrengt auszusehen.

Auf den ersten Blick wirken die Spitzenkandidaten der zwei größten Parteien, als ob sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber nach 60 Minuten TV-Duell wird klar, dass das einzige, was SPD und CDU in NRW trennt, die Anzahl der Wählerstimmen ist.

Eigentlich also alles wie gehabt in der „Wahlkampfarena“, in die der WDR am Dienstag, zwölf Tage vor den Landtagswahlen zwischen Rhein und Ruhr geladen hat. Die Themen sind vorgegeben: Innere Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft und Wunschpartner bei der Regierungsbildung.

Die Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland werden vor allem im politischen Berlin mit Spannung erwartet, sie gelten als Blaupause für den Bund. Obwohl die SPD seit der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Mitte Januar verlässlich die Umfragen angeführt hatte, konnte die CDU ihren Abstand zur Regierungspartei in der vergangenen Woche zum ersten Mal verkleinern. Die SPD würde demnach auf 34 bis 37 Prozent, die CDU auf 27 bis 34 Prozent kommen.

Armin Laschet werden allgemein hin nicht viele Chancen auf den Wahlsieg ausgerechnet, weswegen der gebürtige Aachener gleich zu Beginn aufs Ganze geht, während die SPD-Vorsitzende sich noch in vornehmer Zurückhaltung versucht.

Ein Thema, bei dem Laschet verlässlich punkten kann, ist wie so oft in den letzten Wochen, die Innere Sicherheit. Hier hat er einen großen Vorteil: Er kann der Amtsinhaberin alles vorhalten, was in NRW nicht rundläuft.

Weil die Sicherheitsbehörden in NRW den islamistischen Attentäter von Berlin, Anis Amri, nicht vorher gestoppt haben, obwohl es genug Anlässe für eine Inhaftierung gegeben hatte, steht Krafts Innenminister Ralf Jäger stark in der Kritik. Eigentlich ist er schon seit den Ereignissen an Silvester 2015 in Köln unter Dauerbeschuss.

Das Thema Innere Sicherheit wird deswegen ein Selbstläufer für CDU, FDP und Linke, die keine Chance ungenutzt lassen, Kraft immer wieder aufzufordern ihren Innenminister „endlich“ zum Rücktritt zu zwingen.

Kraft, nunmehr seit sieben Jahren im Amt, muss sich verteidigen. Und stellt sich zunächst hinter Jäger: „Bisher gibt es für mich keinen Anlass, ihn nach Hause zu schicken.“

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Kommentare zu " TV-Duell in NRW: Die Qual der Wahl"

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  • Ich wäre in NRW auch "selbstsicher und ruhig", wenn ich von Personenschützern umgeben wäre, und mir die Polizei rund um die Uhr Haus und Eigentum bewachen würde.

  • @Herr Kuno van Oyten

    Mit dumpfen rechten Schlägern meinen und verwechseln Sie doch sicherlich die Antifa, die überall Randale macht, unangebrachte "Gegendemonstrationen" praktiziert und es insbesondere auf Polizisten abgesehen hat.

  • Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen, so wie es der deutsche Michel eben mag.

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