Oberlandesgericht Düsseldorf
Bundesanwaltschaft klagt „Kofferbomber“ an

Knapp ein Jahr nach den fehlgeschlagenen Kofferbombenanschlägen auf zwei Regionalzüge nach Hamm und Koblenz hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen der beiden Hauptverdächtigen erhoben. Youssef al-Haijib soll sich wegen versuchten vielfachen Mordes vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf verantworten.

HB KARLSRUHE. Die am Mittwoch in Karlsruhe bekannt gegebene Anklage lautet allerdings nicht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Das Gericht muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Die Bundesanwaltschaft reichte ihre Klage bereits vergangene Woche beim Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts ein.

Der 22 Jahre alte Libanese soll zusammen mit einem Komplizen vor knapp einem Jahr im Kölner Hauptbahnhof zwei Bomben in Koffertrolleys in Doppelstock-Regionalzügen deponiert zu haben, „um eine unbestimmte Vielzahl von Menschen zu töten“, wie es in der Anklageschrift heißt. Eine Detonation hätte in beiden Fällen zu einer erheblichen Druckwelle geführt. In den „Bombentrolleys“ beiliegende Brandbeschleuniger hätten außerdem einen Feuerball auslösen können. Nur wegen technischer Mängel seien die Bomben nicht detoniert. Der mutmaßliche Komplize, Jihad Hamad, ist wegen der Tat im Libanon angeklagt.

Als Motiv nannte die Bundesanwaltschaft Vergeltung für die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in mehreren Zeitungen. El Hajdib befindet sich seit August 2006 in Untersuchungshaft. Sein Komplize wurde im Libanon gefasst, nachdem er sich in seine Heimat abgesetzt hatte.

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