Öffentlicher Dienst
Arbeitgeber hoffen auf schnelle Einigung

Die jüngsten Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben offenbar Wirkung gezeigt. In der nächsten Tarifrunde hoffen die kommunalen Arbeitgeber auf eine schnelle Einigung - und stellen höhere Löhne in Aussicht.
  • 18

Berlin/KölnDie kommunalen Arbeitgeber halten eine baldige Einigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes für möglich. „Unsere Gegensätze sind nicht unüberbrückbar“, sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, im ARD-„Morgenmagazin“. Die Arbeitgeber würden gerne in der dritten Verhandlungsrunde Ende März ein Ergebnis erzielen. Die bisherigen Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi bezeichnete er als „sachlich, durchaus konstruktiv“.

Vor der zweiten Tarifrunde heute in Potsdam hat Verdi-Chef Frank Bsirske die Arbeitgeber aufgefordert, ein Angebot für Lohnerhöhungen vorzulegen. Man werde sich bei den Verhandlungen sicher annähern, sagte Bsirske im Deutschlandfunk. „Aber dazu müssen verhandlungsfähige Angebote auf den Tisch.“ Ob es zu weiteren Warnstreiks komme, hänge vom Verlauf der Gespräche ab. Der „Bild“-Zeitung sagte er, man könne niemandem erklären, warum nach Jahren des Reallohnverlustes kein Geld für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vorhanden sein solle.

Und es deutet sich nun auch an, dass die Kommunen Verdi entgegen kommen könnten. Städtetags-Hauptgeschäftsführer Stephan Articus sprach laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ von einer klaren Bereitschaft der kommunalen Arbeitgeber zu einer „angemessenen“ Lohnerhöhung. Aber die Forderung der Gewerkschaften nach einer Erhöhung von 6,5 Prozent oder mindestens einem Plus von 200 Euro im Monat bezeichnete er als „viel zu hoch“. „Vor allem in strukturschwachen Regionen sind die kommunalen Haushalte ausgepresst wie eine Zitrone“, klagte Articus.

Die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft Verdi und der Tarifunion dbb rief er dazu auf, nach den Warnstreiks der vergangenen Woche die „Muskelspiele“ einzustellen und eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen. „Streiks auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger können sachgerechte, ernsthafte Verhandlungen nicht ersetzen“, sagte Articus.

Die Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Bediensteten von Bund und Kommunen werden an diesem Montag in Potsdam fortgesetzt und sind auf zwei Tage angesetzt. Verdi und die Tarifunion dbb fordern Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat. Die Arbeitgeber haben dies als unrealistisch zurückgewiesen. In der vergangenen Woche hatten sich nach Gewerkschaftsangaben von Montag bis Freitag rund 130.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben für den 28./29. März bereits eine weitere Verhandlungsrunde angesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Öffentlicher Dienst: Arbeitgeber hoffen auf schnelle Einigung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • TEIL 2 Die Inflationsrate übersteigt die Gehaltsanhebung bevor man
    sie bekommt.
    Nach Jahrzenten der „verordneten“ Lohnzurückhaltung ist ein berechtigter
    Lohzuwachs von 25 – 30 % einzufordern!!
    Es wird doch von Westerwelle FDP (18% Partei) stets propagiert:
    „ ARBEIT MUSS SICH LOHNEN“ früher hieß es: „ ARBEIT MACHT FREI“
    Leute wie Heinz Kluncker , hatten gewerkschaftlich noch was auf die Beine
    gestellt, die ließen sich nicht in die Tasche stecken, oder auf Lustreisen schicken. Mitgliederschwund kannte man nicht, im Gegenteil, - und den Dieter Hundt hätte
    DER an die „Leine“ genommen.
    Es ist nicht nur legitim sondern eine Pflicht sich gegen diese Ausbeutung
    und Versklavung entgegen zu stemmen, jeden Tag,- überall !
    Und Heute, einige Medien manipulieren das Volk als ob ein Streik eine
    Straftat wäre. „Friedenpflicht“ ist nichts anderes als Streikverbot.
    Ein Generalstreik (VERBOTEN IN DEUTSCHLAND SEIT 1955 von
    Leuten die das FÜHRERPRINZIP und die JUDENVERFOLGUNG
    verteidigten) würde so einigen den Kopf wieder zurechtrücken.
    Wir haben nicht nur eine Diktatur der Banken und Spekulantentums,
    auch die DAX – Unternehmen „hauen in die selbe Kerbe“ – und jetzt kommt
    noch ACTA hinzu.
    Mensch „Michel“ wach auf, es ist Dein Recht dich zu wehren, schau
    mal über’n Tellerrand - ins Ausland, da kannst Du sehen wie es gemacht wird.

    Aber was will man schon erwarten, wenn man bedenkt das die BRD weniger für Bildung ausgibt (BIP) als eines der ärmsten Länder Europas
    brauch man sich über die Intelligenz nicht zu wundern.

  • Verunglimpfung der Streikenden, aber, -
    wisst ihr überhaupt wo die 37,5/40 Std.-Woche, Bezahlter Urlaub,
    Lohnfortzahlung bei Krankheit , Montanmitbestimmung,
    Betriebsverfassungsgesetz 5-Tagewoche, das 13. Monatsgehalt usw.
    herkommt, - denkt Ihr wohl das hat uns Dieter Hundt geschenkt?
    Das haben unsere Väter Erkämpft und manche haben dabei ihr
    Leben geopfert.
    D. Hundt, und Leute diesen „Kalibers“ haben es zu verantworten das
    wir in D einen Fachkräftemangel haben, im Bildungswesen gespart,
    das belegt wieder einmal die jüngste Studie. (Bertelsmann)
    Ausbildungspackt ( „wer eine Lehrstelle bekommt bestimme ich“ ).
    aber den Unternehmen und Aktionäre Steuererleichterungen, Zinsen,
    Dividenden, usw. in den Rachen werfen, - dafür steht der Hundt.
    Jedes mal „bellt“ er die gleichen Stereotypen Aussagen die wir zu
    genüge kennen. Dieser Greis trägt auch zu bei, - dem Europa der
    zwei Geschwindigkeiten. Niedrigstlöhne in D ist das Resultat
    der Wirtschaftschwäche vieler EU-Mitgliedsstaaten .
    Das wird dazu führen, das Waren aus D gemieden werden, aus
    welchem Grund auch immer.
    Aber aus den „ABFALL-LÄNDER“ die Fachkräfte abwerben und
    diese weiter ausbluten lassen dafür stehen diese „ELITENKÖPFE“.
    Und was machen die Gewerkschaften, schauen nur zu, lassen sich
    mit 2 – 3 Proz. abspeisen während die Gewinne der Unternehmen
    z.Zt.100% übersteigen ist das die pure Verhöhnung – Entlohnung nach alter Gutsherrenart.

  • Die erste Rund ist doch an der fehlenden Bereitschaft der Arbeitgeber gescheitert, hier ein Angebot auf den Tisch zu bringen. Sie haben es doch verzockt eine schnelle Einigung herbeizuführen und nicht die Gewerkschaften. Lassen sie doch bitte dann auch diese art von billiger Polemik "Auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger", das ist das Ergebnis ihrer Verhandlungstaktik!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%