Ökostrom-Ausbau
Merkels große Energiewende-Reform

Es soll eines der ersten Projekte Merkels nach der Wahl werden: die Reform der Energiewende. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wirft ihr vor, das Mammutprojekt der Gefahr einer Bruchlandung auszusetzen.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will den Ökostrom-Ausbau nach der Bundestagswahl stärker an das Windaufkommen und den Bau neuer Stromleitungen koppeln. „Es muss gelingen, das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien zu harmonisieren mit dem Tempo beim Netzausbau“, sagte Merkel am Mittwoch bei einem Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin. Eine solche Kopplung dürfte den deutschen Ökoenergie-Ausbau drosseln.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück warf der Bundesregierung Versagen vor. „Die Energiewende könnte eine Art deutsche Mondlandung sein. Derzeit steuert sie aber eher auf eine Bruchlandung zu.“ Zugleich forderte er wie Merkel, den Bau neuer Wind- und Solarparks mit dem Netzausbau zu synchronisieren. Die erneuerbaren Energien müssten rascher marktfähig werden; um kurzfristig die Strompreise zu dämpfen, wolle er die Stromsteuer um 25 Prozent senken. Damit der Höchstspannungsausbau - nötig sei eine Strecke von Moskau bis nach Madrid - beschleunigt wird, will Steinbrück eine Deutsche Netz AG ins Leben rufen, bestehend aus den vier Übertragungsnetzbetreibern und dem Bund.

Merkel betonte, Windenergie sei gerade im Norden sinnvoll. Man könne aber nicht über das ganze Land verteilt überall neue Windräder errichten, egal wie der Wind blase. Wichtig sei, dass die Netze rasch fertig werden, die Windstrom vom Norden in den Süden bringen. Bund und Länder müssten nach der Wahl rasch zu einer Einigung über eine große Reform kommen - auch bei den Kosten.

Einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die über die Stromrechnung zu zahlende Ökostrom-Förderung bereits 185 Euro pro Jahr.

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Ganz neues „Marktdesign“ ist gefordert

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  • Ich meine, dass Kernkraftwerke die geringsten Mengen an toxischen, bzw. radiotoxischen Abfällen, mit Ausnahme der Wasserkraftwerke erzeugen.

    Gem. einer Kooperation von Toxikologen und Strahlenschützern sind die radiotoxischen Abfälle weniger kritisch denn viele chemotoxische Abfälle. Die Studie wurde in Strahlenschutzpraxis 4/2003 vorgestellt. Der BMU Trittin hat dann dieses frevelhafte Treiben der Wissenschaftler unterbunden.

    Vandale

  • Dass hier von umweltfreundlichen Kernkraftwerken die Rede ist, ist mir absolut unverständlich. Mag sein, dass diese Kraftwerke CO2-arm sind. Aber günstig sind sie nur, weil Kosten externalisiert werden. Atommüll ist dann wohl ein umweltfreundliches Abfallprodukt? Und Uran in der Beschaffung unproblematisch?

  • "185 Eur/Monat" = eine glatte Lüge.
    Für den EE-STrom müssen 20 Milliarden (!) pro Jahr (!) aufgebracht werden, und zwar von den Endverbrauchern zzgl Mwst. 20 Mrd / 40 Mio. Haushalte sind 500 Eur, versteckt in Brötchen, Wurst, usw.
    Ist auch völlig egal, ob die Industrie be- oder entlastet (so wollen die Grünen die Kosten unter den Teppich kehren) wird: zahlen müssen es die kleinen Leute.
    Es ist ein einziges Desaster, "organisiert" von allen Parteien und der EE-Lobby.

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