Ölförderung im Wattenmeer
Röslers Herz schlägt für deutsches Erdöl

Von wegen Energiewende: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler zeigt mit einer Stippvisite auf einer Bohrinsel, dass er auch auf alte Energieträger setzt. Dabei sind die Bohrprojekte höchst umstritten.
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CuxhavenAlle Welt redet über die erneuerbaren Energien, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FPD) dagegen hat auch ein Herz für fossile Energieträger: Am Freitag besuchte er gemeinsam mit RWE-Vorstandschef Peter Terium die Bohr- und Förderinsel Mittelplate. Die Plattform, gelegen nördlich von Cuxhaven im Wattenmeer, ist die einzige Einrichtung zur Ölförderung im Meer in Deutschland. „Ich möchte mit meinem Besuch darauf hinweisen, wie wichtig die heimische Ölförderung für unsere Versorgungssicherheit ist“, sagt Rösler.

RWE-Chef Terium kann die Unterstützung des Ministers gut gebrauchen. RWE Dea, das Tochterunternehmen, das Mittelplate gemeinsam mit Wintershall betreibt, hat Anträge für vier zusätzliche Bohrungen gestellt, drei davon im schleswig-holsteinischen Bereich des Wattenmeers, eine auf niedersächsischem Territorium.

Die Materie ist heikel, Naturschützer beäugen die Ölförderung im sensiblen Ökosystem Wattenmeer, das 2009 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde, skeptisch. Doch RWE betont, man setze mit Mittelplate im Bereich des Umweltschutzes Maßstäbe. Tatsächlich kann RWE Dea mittlerweile auf 25 Jahre störungsfreien Förderbetrieb verweisen. Und nach den Plänen der Fachleute können weitere 25 Jahre hinzu kommen.

Rösler bezeichnet den störungsfreien Betrieb als „Qualitätssiegel“. Er bewundere die dahinter steckende Ingenieursleistung. „Hier wird der Beweis erbracht, dass sich hohe Umweltstandards und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen“, sagt der Minister. Die technische Kompetenz in Sachen Umweltschutz, die auf der Bohrinsel gezeigt werde, habe das Zeug zum Exportschlager.

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Kommentare zu " Ölförderung im Wattenmeer: Röslers Herz schlägt für deutsches Erdöl"

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  • Rösler sorgt vor, für seine Abwahl & die der FDP
    Jetzt weiß ich, warum Rösler im Tagestakt neue Sommerloch Burner produziert, er will so wie weiland Altkanzler Schröder, einen Posten bei RWE, Vattenfall, EON oder Shell. Deshalb einerseits militant gegen Solarstrom, andererseits fast schon missionarisch für Ölbohrungen, im hochsensiblen Ökosystem Wattenmeer. Krabben in Erdölsauce, wohlbekomm` s Herr Rösler!  
    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

  • @schissmo
    Was ist eigentlich ein Ökosozialist?
    Wenn jemand die Gesellschaft in der Hand hat sind es die Banken, Hedgefonds, Konzerne usw. Ökosozialisten haben...das ist ungefähr so wie :
    "Deutsche Arbeiter die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen....“
    so zu argumentieren entbehrt jeglicher argumentativer Grundlage, eigentlich sollte man auf so einen Unsinn gar nicht antworten!

  • Na da hat er jetzt die Katze aus dem Sack gelassen, RWE krümmt den Zeigefinger
    und Rösler springt sofort Gewehr bei Fuss in den Schützen (Pardon Wattgraben) graben.

    Wieviel Schaden darf dieser peinliche Politamateur eigentlich noch ungestraft anrichten?
    Wieso gebietet Merkel ihm nicht Einhalt?
    Jede Woche wird eine "neue Sau" durchs Dorf getrieben!
    Stoppt Rösler!


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