Parteiinterner Herausforderer nicht in Sicht
Merkel weist der CDU den Weg

Noch nie zuvor ist die CDU-Chefin so selbstbewusst aufgetreten wie auf dem Parteitag in Leipzig. Sie untermauerte ihren Führungsanspruch und hinterließ so gut wie keinen Zweifel: 2006 wird sie Herausforderin von Kanzler Gerhard Schröder.

HB LEIPZIG. Erst zum Ende ihrer Rede weckte Angela Merkel die Emotionen des CDU-Parteitags. „Liebe Freunde, wir sind Opposition. Noch“, rief die CDU-Vorsitzende den Delegierten zu. „Die Anderen regieren. Noch.“ Aber jeder spüre es: „Die Uhr für Herrn Schröder und Rot-Grün läuft ab.“ „Niemand weiß, wann genau es soweit ist, ob 2006 oder schon vorher.“ In jedem Fall sei die Union zu jeder Zeit „zur Übernahme von Verantwortung bereit“.

Das waren für die sonst in der Frage einer vorzeitigen Machtübernahme vorsichtigen Merkel starke Worte. Über die ganzen 96 Redeminuten hinweg war Merkel während eines Parteitags noch nie so selbstbewusst aufgetreten, wie an diesem Montag in Leipzig. Die Delegierten erlebten eine Angela Merkel, die sich mittlerweile zutraut, die Partei zu führen und auch gegen Widerstände in ihre Richtung zu lenken. Sie will der Partei eindeutig den Weg weisen.

„Ich weiß, dass ich der CDU damit einiges zugemutet habe“, räumte sie mit Blick auf das zur Abstimmung stehende Konzept für Sozialreformen offen ein. Es sind Vorschläge, mit denen die CDU einen Kurswechsel wie selten in ihrer Geschichte vollzieht. Für eine Politik des „Nur-Kritisierens“ von Rot-Grün stehe sie nicht zur Verfügung, machte sie klar. „Wir könnten dem chaotischen Treiben dieser Regierung nur zusehen. Das ist mit mir nicht zu machen.“

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