Parteitag in Dresden
Linkspartei stellt Weichen für Fusion mit WASG

Die Linkspartei.PDS hat sich für Mitglieder der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) geöffnet und damit einen entscheidenden Schritt für eine Fusion beider Parteien getan. Der entsprechende Antrag erhielt auf dem Bundesparteitag in Dresden am Sonntag allerdings erst im zweiten Anlauf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Bereits am Tag zuvor hatten die Delegierten eine Rahmenvereinbarung für die geplante Verschmelzung zu einer gesamtdeutschen linken Partei bis spätestens 30. Juni 2007 gebilligt.

DRESDEN. Es war der populäre Gastredner, der Politstar aus dem Westen, der das große Rad drehte: „Unsere 4,2 Millionen Wähler verpflichten uns, eine gemeinsame Partei zu werden“, rief Oskar Lafontaine den Delegierten der Linkspartei auf ihrem Dresdner Parteitag zu. Anderenfalls „würden wir vor der Geschichte versagen“. Brav nickten die Delegierten der PDS, die nun Linkspartei heißt, denn auch das Kooperationsabkommen der Parteiführungen ab: Bis zum Sommer 2007 soll die Fusion mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit geschafft sein. Bis dahin will man bei keiner Wahl mehr gegeneinander antreten.

Wie wenig jedoch die Vision von der vereinigten Linken die Herzen der PDSler erhebt, zeigte sich schon am Sonntag: Um die Annäherung der so unterschiedlichen Milieus zu erleichtern, hatten die Parteispitzen die Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft vereinbart. Das traf viele ins Mark – und so verweigerten sie sich der Führung zumindest im ersten Anlauf. Nach gutem Zureden siegte die Partei-Vernunft: Bei der zweiten Abstimmung fand sich denn doch die nötige Zweidrittelmehrheit.

Es hätte ein triumphales Fest werden können – schließlich zog die Linkspartei im September gemeinsam mit den auf ihren Listen kandidierenden WASGlern wieder in den Bundestag ein, eroberte gar mehr Sitze als die Grünen. Doch Euphorie war in Dresden nicht zu spüren. Da mochte Gregor Gysi noch so sehr schwelgen, an solch einen Erfolg „haben wir selbst nicht geglaubt, geschweige denn andere“. Zu mühselig erscheint vielen offenbar der ewige Spagat zwischen sozialistischem Traum und kapitalistischer Realität.

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