Pegida und die Folgen
Alice Schwarzer zeigt Verständnis für Anti-Islam-Demos

Pegida bekommt prominente Unterstützung: Alice Schwarzer teilt das „berechtigte Unbehagen“ der Anti-Islam-Bewegung. SPD und Grüne sind empört. Für sie hat Schwarzer damit als streitbare Feministin ausgedient.
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BerlinDie islamfeindliche Pegida-Bewegung ruft Freund und Feind auf den Plan. Selbst prominente Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kunst und Sport lässt das Phänomen nicht unbeeindruckt. Dutzende riefen in der „Bild“-Zeitung dazu auf, der fremdenfeindlichen Organisation entgegenzutreten, darunter der Manager der Fußball-Nationalmannschaft Oliver Bierhoff, Musiker Udo Lindenberg sowie die Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD).

Prominenz war auf Pegida-Seite bisher nicht zu sehen – außer einige Spitzenpolitiker der Alternative für Deutschland (AfD), wie etwa die Fraktionschefs im Dresdner und im Potsdamer Landtag, Frauke Petry und Alexander Gauland. Seit Dienstag ist das anders: Pegida hat unerwartet Schützenhilfe von Alice Schwarzer bekommen. SPD und Grüne reagierten umgehend mit scharfer Kritik – und zeigten wenig Verständnis für die Argumentationslinie der Frauenrechtlerin.

Die als Journalistin, Buchautorin und streitbare Feministin bekannte Schwarzer begründete ihre offene Haltung gegenüber den Sympathisanten der Anti-Islam-Bewegung mit einer Umfrage von YouGov im Auftrag von „Zeit Online“, die Mitte Dezember veröffentlicht wurde. Danach stehen 49 Prozent der Bevölkerung „voll und ganz“ oder „eher ja“ hinter dem Pegida-Protest, weitere 26 Prozent geben Pegida „teilweise“ Recht. Schwarzer schrieb dazu auf ihrer Webseite: „Sollte die Politik das Unbehagen dieser überwältigenden Mehrheit nicht ernst nehmen, statt es weiterhin zu ignorieren, abzustrafen, ja zu dämonisieren? Denn es ist ja kein Unbehagen am türkischen Nachbarn oder an der türkischen Kollegin. Es ist ein Unbehagen an der offensiven islamistischen Agitation, der Propagierung der Scharia. Es ist das berechtigte Unbehagen an dieser neuen Form des Faschismus.“

Provokativ fragt Schwarzer dann, wo die Empörung der politischen Klasse „über die Forcierung von Parallelgesellschaften mitten in Deutschland oder die Frau im Tschador mit dem verschleierten Mädchen im deutschen Baumarkt“ bleibe. „Auch dagegen müsste demonstriert werden. Und zwar dringend“, schreibt die Publizistin. „Und diese Demonstrationen hätten nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern wären im Gegenteil ein Beistand sowohl für die Flüchtlinge aus den islamistischen Ländern als auch für die 81 Prozent der integrierten Musliminnen in Deutschland, die gerne in einer Demokratie leben.“ In einem Land, so Schwarzer weiter, zu dessen „hehren Prinzipien“ die Trennung von Staat und Religion ebenso gehöre wie die Gleichberechtigung der Geschlechter.

SPD und Grüne wiesen die Ausführungen Schwarzers zurück. „Wenn sich Alice Schwarzer nach ihrer Steuerhinterziehungsaffäre und den damit verbundenen abenteuerlichen Rechtfertigungsversuchen neuerdings auch noch hinter die Pegida-Demonstrationen stellt, so zeigt das nur, wie wenig sie noch mit fortschrittlichen Positionen am Hut hat“, sagte der SPD-Bundesvize Ralf Stegner dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

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Journalistenverband rüffelt Schwarzer

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AfD-Vize sieht Pegida als Verbündete

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  • Frau Schwarzer ist in der Frage Gottlob !!! nicht ideologisch befangen, so wie unsere verblendeten Groko-Politiker.
    Denen geht es ganz offensichtlich nur darum, das schreckliche Geschehen in Paris für ihre Zwecke zu benutzen: und ihr Hauptziel ist es, die Pegida zu diffamieren. Und damit letztlich auch die AfD (auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zwischen beiden gibt).

    Durch die Pegida werden immer mehr Bürger wach und erkennen, dass sie mit ihren Sorgen um die Entwicklung unseres Landes nicht allein stehen. Und sie sehen, dass der Großteil der Pegida-Läufer aufrechte Demokraten und keinesfalls Rechtsexteme sind.

  • Das Verständnis von Alice Schwarzer für die Anti-Islam-Bewegung kommt nicht von ganz ungefähr.

    Jahrzehntelang kämpften die Frauenrechtlerinnen für die Gleichstellung der Frau in unserer Gesellschaft. Diese Errungenschaft werden die Frauenrechtlerinnen - die langsam ahnen woher der Wind pfeift - entsprechend verteidigen.

    Weitere Minderheitengruppen werden hinzustoßen, weil gerade diese im Bezug auf den Islam sehr viel zu verlieren haben, z.B. Schwule und Lesben.

    Ich gehe davon aus, dass die politische Diskussion nicht mehr per "political correctness" und dem Schwingen der bekannten N...-Keule beendet werden kann und in den nächsten Monaten/Jahren noch sehr kontrovers geführt werden wird.

  • Die Diskussion wird seitens der etablierten Politiker bei uns unehrlich und oberflächlich geführt. Hinzu kommt die Feigheit (man nennt das in Politikerkreisen Diplomatie), den in den meisten Ländern in Afrika wie im Mittelalter herrschenden Despoten mal ordentlich den Marsch zu blasen, dass sie endlich Maßnahmen ergreifen sollen, ihre eigenen Leute zu fördern und zu schützen. Das getraut man sich natürlich nicht, weil dann gleich die Retourkutsche kommt, dass das mit dem ausbeuterischen System des Turbokapitalismus, unter dem die Länder ja so leiden, ja gar nicht funktionieren kann.

    Und warum wettern eigentlich die Politiker im Westen nicht laut gegen die Tausenden von geistlichen Hasspredigern und Scharfmachern an Mullahs, die über die muslimischen Länder verstreut sind und im Westen bei der muslimischen Bevölkerung Einfluss haben und zunehmend ausüben. Diese Scharfmacher Allahs haben sich doch auf die Fahnen geschrieben, den Westen klein machen zu wollen. Und welche Strategien haben unsere Politiker, diese Typen zum Schweigen zu bringen? Wenn sie die Bevölkerung dazu mal aufklären würden, wie sie mit denen aktiv fertig werden wollen, dann gäbe es vielleicht auch weniger Ängste. Aber bestimmt haben Merkel & Co. gar keine Strategien hierzu. Sie schaffen es ja nicht mal, ihr Mobiltelefon vor der NSA oder ihre Internetseiten vor Hackern zu schützen.

    Der Unterschied zwischen Islam und den anderen großen Religionen ist halt, dass es bei letzteren seit einigen hundert Jahren solche Radikalinskis nicht mehr gibt. Und auch hierauf weist niemand hin und dass aus eben diesem Grund der Islam nicht als friedliebend gelten kann solange es diese noch gibt. Da der Islam ca. 500 Jahre jünger ist als das Christentum, besteht aber immerhin die Hoffnung, dass auch dort in einigen hundert Jahren die Eroberer im Namen Gottes, wie die Cortezes des Katholizismus, der Geschichte angehören werden. Nur wollen sich das alle im Westen noch so lange mit ansehen? Das ist doch die Frage!

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