Plagiatsaffäre
Guttenbergs „Sargnagel“ für die Demokratie

Karl-Theodor zu Guttenberg gerät in den eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Bundestagspräsident Lammert sieht die Demokratie wegen der Schummel-Affäre in Gefahr. Aus der FDP wird ein Rücktritt ins Spiel gebracht.
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BerlinDie Plagiatsaffäre ist für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) keineswegs ausgestanden. In den Reihen des Koalitionspartners FDP wird ein Rückzug ins Spiel gebracht. Und nach Medienberichten haben 20.000 Bürger im Internet einen Protestbrief an Bundeskanzlerin Merkel (CDU) wegen des Umgangs mit der "Causa Guttenberg" unterzeichnet.

Die Universität Bayreuth hatte seinen Doktortitel aberkannt, weil seine Dissertation zu großen Teilen aus ungekennzeichneten Texten anderer Autoren besteht. Die Kanzlerin hält an ihm als Minister aber bisher fest.

Der forschungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, gab noch "eine, maximal zwei Wochen Zeit", um die Plagiats- und Täuschungsvorwürfe gegen ihn auszuräumen. "Wenn er die Umstände seiner Promotion weiter so im Unklaren lässt, halte ich ihn als Minister und obersten Dienstherren von zwei Bundeswehruniversitäten nicht mehr für tragbar", sagte er der "Financial Times Deutschland". Er äußerte "große Zweifel an Erklärung, er habe lediglich den Überblick über seine Quellen verloren".

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Kommentare zu " Plagiatsaffäre: Guttenbergs „Sargnagel“ für die Demokratie"

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  • "DR. Arbeiten" sind ja auch leicht zu bekommen.
    Wenn man das nötige Kleingeld hat... .

  • Der Herr Parlamentspräsident muß über das deutsche Verfassungssystem etwas den Überblick verloren haben, sonst könnte er kaum so einen Quatsch von sich geben. Die Bundesrepublik geht nicht wegen
    einer abgeschriebenen Titelpromotion unter. Dann hätte sie schon seit langem das Zeitliche segnen müssen.
    Da wäre es im übrigen gut, wenn die deutsche Wissenschaft in diesem Punkt ein besseres Verhältnis zur Ehrlichkeit fände. Der deutsche Staat nimmt mittlerweile wie in Weimar schweren Schaden an der Parteienautokratie . Alle Machtbereiche wie Judikatur und Administration sind bis in die letzten Glieder von einem autokratischen Parteiensystem beherrscht. Die von der Verfassung garantierte Gewissensfreiheit
    deutscher Abgeordneter ist in allen Parlamenten nur noch ein Popanz. Im Bundesverfassungsgericht sitzen
    stramme Parteigänger, etc, etc, Das Verfassungssystem der Gewaltenteilung ist doppelt vergewaltigt, einmal durch die inländischen Parteien und dann durch das System Brüssel.Selbst im Kulturleben geht kaum noch etwas ohne Parteibuch. Die Bonner Verfassung von 1949 ist nur noch ein aufgelassener Friedhof für argumentative Versatzstücke. Herr Lammert, kommen sie aus ihrem schwummerigen Glaskasten raus an die frische Luft der heutigen Verfassungswirklichkeit und vergessen Sie nicht möglichst im Bratenrock dem Verfassungsfriedhof einen Besuch abzustatten.


  • Der Herr Parlamentspräsident muß über das deutsche Verfassungssystem etwas den Überblick verloren haben, sonst könnte er kaum so einen Quatsch von sich geben. Die Bundesrepublik geht nicht wegen
    einer abgeschriebenen Titelpromotion unter. Dann hätte sie schon seit langem das Zeitliche segnen müssen.
    Da wäre es im übrigen gut, wenn die deutsche Wissenschaft in diesem Punkt ein besseres Verhältnis zur Ehrlichkeit fände. Der deutsche Staat nimmt mittlerweile wie in Weimar schweren Schaden an der Parteienautokratie . Alle Machtbereiche wie Judikatur und Administration sind bis in die letzten Glieder von einem autokratischen Parteiensystem beherrscht. Die von der Verfassung garantierte Gewissensfreiheit
    deutscher Abgeordneter ist in allen Parlamenten nur noch ein Popanz. Im Bundesverfassungsgericht sitzen
    stramme Parteigänger, etc, etc, Das Verfassungssystem der Gewaltenteilung ist doppelt vergewaltigt, einmal durch die inländischen Parteien und dann durch das System Brüssel.Selbst im Kulturleben geht kaum noch etwas ohne Parteibuch. Die Bonner Verfassung von 1949 ist nur noch ein aufgelassener Friedhof für argumentative Versatzstücke. Herr Lammert, kommen sie aus ihrem schwummerigen Glaskasten raus an die frische Luft der heutigen Verfassungswirklichkeit und vergessen Sie nicht möglichst im Bratenrock dem Verfassungsfriedhof einen Besuch abzustatten.


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