Plagiatsaffäre
Schavan verreist vor Uni-Entscheidung nach Afrika

Morgen könnte Bildungsministerin Annette Schavan ihren Doktortitel verlieren. In Düsseldorf kommt der Fakultätsrat der Uni zur womöglich entscheidenden Runde zusammen. Und Schavan? Sie reiste nach Südafrika.
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DüsseldorfAuf dem Campus der Uni Düsseldorf könnte sich morgen das politische Schicksal von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) entscheiden. Um 14.30 Uhr kommen die 19 Mitglieder des Fakultätsrats im Gebäude mit der Nummer 23.31 zusammen, um über die Aberkennung von Schavans Doktortitel zu diskutieren – und womöglich zu entscheiden. Es reicht ein Mehrheitsbeschluss.

Die Beratungen dürften nach Angaben eines Universitätssprechers mehrere Stunden dauern. Das Gremium könnte Schavan den 1980 erworbenen Doktortitel entziehen oder sich gegen die Aberkennung aussprechen. Möglich ist auch, dass der Rat die Prüfung der umstrittenen Doktorarbeit „Person und Gewissen“ fortsetzt und eine weitere Sitzung anberaumt. Und Schavan? Sie geht, ganz Business as usual, ihren Ministerjob nach und brach am Montag nach Südafrika auf. Fünf Tage sind für die politischen Gespräche in Johannesburg, Pretoria und Kapstadt über berufliche Bildung und Wissenschaftskooperation eingeplant.

Schavan, eine enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), hatte angekündigt, um ihren Titel zu kämpfen. Sie räumte zwar Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation ein, wies den Vorwurf des Plagiats oder der Täuschung aber entschieden zurück. Die Plagiatsvorwürfe waren erstmals Ende April 2012 im Internet aufgetaucht. Plagiatsjäger warfen Schavan unkorrektes Zitieren und die Verschleierung von Quellen vor.

Sollte der Fakultätsrat Schavan den Doktorgrad entziehen, kann sie innerhalb eines Monats vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Plagiatsaffäre: Schavan verreist vor Uni-Entscheidung nach Afrika"

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  • hoffentlich kommt die nicht wieder.

  • @margrit117888 Genau diese Fragen stellte ich mir auch.

    Antworten gibt es zuhauf: 1. Suche nach einem zum Kauf angebotenen Wein-Anbaugebiet, um der EU, vor deren Zusammenbruch, den Rücken kehren zu können oder 2. dieselbe Suche, um der Schmach zu entgehen. 3. Ausbau von Deutschen Schulen auch in Afrika, da ja nun in Europa endlich wieder Deutsch gesprochen wird, was nicht ausreicht. 4. Lockerungsübungen und Meditation unter warmer Sonne, fernab vom eigenen Problemherd und - was anderen spontan so einfällt...

  • Was hat eine deutsche Bildungsministerin in Südafrika zu suchen?
    Sollen wir jetzt die Bildung von dort übernehmen?
    Was reisen die deutschen Minister denn ständig in der Welt rum auf unsre Kosten?

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