Platzecks Nachfolger
Woidke ist der neue Chef der brandenburgischen SPD

Der neue Vorsitzende der brandenburgischen SPD heißt Dietmar Woidke. Der Nachfolger von Matthias Platzeck wurde am Montag mit großer Mehrheit gewählt und soll am Mittwoch auch dessen Ministerpräsidenten-Amt übernehmen.
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PotsdamDietmar Woidke ist neuer Vorsitzender der brandenburgischen SPD. Der bisherige Landesinnenminister wurde am Montagabend mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Matthias Platzeck gewählt, der den Parteivorsitz nach 13 Jahren aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Auf einem Sonderparteitag in Potsdam stimmten 115 Delegierte für Woidke, fünf votierten gegen ihn. Das entspricht einer Zustimmung von gut 95 Prozent.

Platzeck hatte im Juni einen leichten Schlaganfall erlitten und als Konsequenz daraus die Aufgabe seiner politischen Spitzenämter angekündigt. Bei der Landtagswahl 2014 will er sich jedoch wieder um ein Mandat bewerben.

Von Platzeck will Woidke an diesem Mittwoch auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. An seiner Wahl gibt es angesichts der rot-roten Koalitionsmehrheit im Landtag keinen Zweifel. Platzeck rief die SPD-Vorsitzende in seiner Abschiedsrede auf, sich weiterhin Ziele zu setzen. Dazu gehöre allerdings auch, „dem Wind nicht aus dem Weg zu gehen“.

Woidke ist seit drei Jahren Brandenburger Innenminister. Er gehört dem Landtag fast zwanzig Jahre an und war vor seiner Zeit als Innenminister fünf Jahre lang Agrar- und Umweltminister. Der 51-Jährige betonte, er werde auch „weiter mit sehr klarer Kante allen Nazis und Rassisten entgegentreten“, die das Zusammenleben bedrohten. In Brandenburg dürften Rechtsextreme „kein Bein auf den Boden bekommen“. Brandenburg müsse ein offenes Land, ein Land der Toleranz sein.

Woidke kündigte an, die Koalition mit der Linkspartei fortzusetzen, sollte er am Mittwoch vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die rot-rote Koalition arbeite nach Startproblemen mittlerweile erfolgreich.

Platzeck hatte den Brandenburger SPD-Landesverband 13 Jahre lang geführt. Der 59-Jährige sagte in seiner Abschiedsrede am Montag, das gesundheitliche Risiko, sein Amt nach dem Schlaganfall mit hoher Arbeitsbelastung fortzusetzen, sei zu groß. Er müsse „ein paar Gänge herunterschalten“, auch wenn es ihm nicht leicht falle. Brandenburg brauche sowohl einen Ministerpräsidenten als auch einen SPD-Landeschef, der gesundheitlich „topfit“ sei. Er wolle seine berufliche Schlagzahl herunterfahren und am Mittwoch auch vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, das er 2002 von seinem Vorgänger Manfred Stolpe übernommen hatte.

Platzeck kündigte an, sein Abgeordnetenmandat im Landtag weiterhin wahrzunehmen. Brandenburg ist das einzige ostdeutsche Bundesland, in dem die SPD seit der Wiedervereinigung durchgehend alle Regierungen führt. Im Herbst 2014 finden dort Landtagswahlen statt. Die Landes-SPD kommt in aktuellen Umfragen auf 35 Prozent. Sie regiert seit 2009 in einem rot-roten Bündnis mit der Linkspartei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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