Pofallas Verbal-Attacke
„Die Nerven in der Koalition liegen blank“

Nach der angeblichen Verbal-Attacke von Ronald Pofalla (CDU) gegen seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach fordert der nicht nur der Juli-Vorsitzende Konsequenzen - SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann will Neuwahlen.
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BerlinDer angebliche Ausfall von Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) gegen seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach stößt auch beim Koalitionspartner FDP auf Kritik. „Wenn das Kanzleramt schon mit den eigenen Leuten derart umspringt, muss man sich nicht wundern, dass es in der Koalition oft hakt“, sagt der Vorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation Junge Liberale (Julis), Lasse Becker, der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstagsausgabe). Pofalla leiste schon lange keine gute Arbeit mehr. „Daraus sollten langsam Konsequenzen gezogen werden“, sagte Becker.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte der Zeitung, Pofallas Verhalten sei „niveaulos und selbst entlarvend“. Wegen der Differenzen, die in der Koalition herrschten, forderte der SPD-Politiker Neuwahlen. Diese seien „der beste Weg, um zu einer frischen, kraftvollen und realistischen Regierung zu kommen“. Pofallas Verhalten sei bezeichnend für die Regierungskoalition: „Die Nerven in der Koalition liegen blank“, sagte er.

Der von Pofalla gescholtene Abgeordnete Wolfgang Bosbach sagte dem „Bayerischen Rundfunk“, er wolle die Frage seines Verbleibs in der Politik zunächst offen lassen.

„Die Wahlperiode ist ja gerade erst einmal zur Hälfte vorbei und auch zu Hause wären die Wählerinnen und Wähler enttäuscht“, sagte er. In der vergangenen Woche hatte Bosbach unter dem Eindruck der innerparteilichen Kritik erklärt, bei der Wahl 2013 möglicherweise nicht mehr anzutreten.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatte Pofalla in der vergangenen Woche Bosbach vor anderen Parlamentariern heftig attackiert. Wie mehrere Zeitungen und Online-Portale berichteten, ereignete sich der Vorfall nach einem Treffen der NRW-Landesgruppe der Unionsfraktion im Vorfeld der entscheidenden Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm EFSF. Bosbach lehnte die Ausweitung des EFSF entgegen der Linie von Regierung und Fraktionsführung ab, ebenso wie auch einige andere Abgeordnete von Union und FDP.

 

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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