Politik stäubt sich noch
VDA fordert Ausweitung der Abwrackprämie

Die Abwrackprämie - amtlich: Umweltprämie - ist ein echtes Phänomen: Gerade erst hat die zuständige Behörde die ersten Förderanträge förmlich bewilligt, da rückt bereits das mögliche Ende der neuen Verkaufshilfe für Neuwagen in Sichtweite. Der Ruf nach einer Aufstockung wird immer lauter werden. Aber hilft die Milliardenspritze auch den deutschen Herstellern?

dc/ink/mcs/pm/zel BERLIN. Nicht etwa wegen eines Misserfolgs - ein regelrechter Run der Autokunden führt dazu, dass das staatliche Fördergeld viel schneller abfließt als vermutet. Nach Erkenntnissen des Autohandels sind faktisch schon heute gut zwei Drittel des Prämienvolumens von 1,5 Mrd. Euro durch neue Kaufverträge gebunden. Damit dürfte es nur noch eine Frage weniger Wochen sein, bis der erste Kunde in die Röhre schaut.

Umso stärker wächst nun der Druck auf die Regierung, den Fördertopf nachzufüllen. Geht es nach dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), sollte die finanzielle Begrenzung sogar ganz aufgehoben und durch ein rein zeitliches Limit ersetzt werden: "Jeder, der in diesem Jahr sein altes Fahrzeug verschrottet und ein neues erwirbt, muss eine sichere Anwartschaft auf die Umweltprämie erhalten", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann dem Handelsblatt. Ähnlich der Zentralverband des KFZ-Gewerbes (ZDK): Der große Erfolg der Prämie sei Anlass genug, die bisherige Deckelung aufzugeben, betonte dessen Präsident Robert Rademacher.

In der Tat übersteigt die Nachfrage nach prämiengeförderten Neufahrzeugen die Erwartungen noch stärker als vermutet. Dem zuständigen Bundesamt für Ausfuhrkontrolle liegen bisher zwar erst 226 000 Anträge vor. Nach ZDK-Daten hat der Autohandel aber schon 420 000 Kaufverträge geschlossen, die mit der Prämie gekoppelt sind. Bei 2 500 Euro je Fahrzeug reicht der aktuelle Fördertopf für 600 000 Neuwagen.

Für die Große Koalition wird es damit, zumal im Superwahljahr 2009, immer schwerer, der Versuchung zu widerstehen - auch wenn aktuell noch Zurückhaltung überwiegt. "Im Moment sehen wir noch keinen Anlass, die Prämie auszuweiten", sagt etwa Ute Berg, wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Zunächst freue man sich über den großen Erfolg des Instruments. Im Übrigen werde zum 1. Juli mit der Reform der KFZ-Steuer ja ein zweiter Kaufanreiz geschaffen. Die Neuregelung sieht unter anderem vor, dass besonders schadstoffarme Autos befristet steuerfrei bleiben.

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