Politik vs. Fitschen
Volle Breitseite gegen den Deutsche-Bank-Chef

Wenige Sätze von Schäuble zur Bankenregulierung haben gereicht, um Deutsche-Bank-Chef Fitschen aus der Fassung zu bringen. Die Wirkungen seiner Kritik sind fatal: Plötzlich wendet sich die Politik geschlossen gegen ihn.
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BerlinZwischen der Bankenbranche und der Politik bahnt sich ein Großkonflikt an. Auslöser ist ein Interview mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Handelsblatt. Darin macht er unmissverständlich deutlich, dass die harten Zeiten für Geldhäuser noch lange nicht vorbei sind. Das Interview finden Sie hier im Wortlaut.

Zwar verhängte die EU-Kommission am Mittwoch Rekordstrafen gegen amerikanische und europäische Großbanken, die wichtige Referenzzinssätze manipuliert haben sollen. Doch damit seien die Sünden der Finanzbranche keineswegs vergessen, sagte der amtierende Finanzminister: „Ich weiß, dass die Banken meinen, es reiche nun.“ Man habe auch einiges geschafft, um für mehr Stabilität zu sorgen, etwa durch die strengeren Eigenkapitalvorschriften. „Aber die Kreativität der Banken, die Regulierung zu umgehen, ist weiterhin groß.“

In diesem Zusammenhang erinnerte er Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen vor einigen Tagen daran, dass es nicht die Staaten gewesen seien, die die Krise ausgelöst hätten. „Das war die Finanzbranche. Deshalb kann es kein Ende der Regulierung geben.“ Was Schäuble sagt, hat einen realen Hintergrund. In der Finanzkrise – ausgelöst durch hochspekulative Verbriefungsgeschäfte – mussten zahlreiche Banken vom Staat gerettet werden. Die Hilfen strapazierten die Staatshaushalte und trugen mit zur Euro-Schuldenkrise bei.

Fitschen, zugleich Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, sah sich am Mittwochabend durch das Schäuble-Interview aus der Reserve gelockt und redete sich bei einer Veranstaltung seines Verbandes in Berlin in Rage. Es sei „unverantwortlich und populistisch“, wenn man die Fortschritte im Bankenbereich nicht sehe. Sinnvolle Regulierung erhöhe die Sicherheit der Finanzmärkte. Banken müssten aber auch weiter ihre Aufgaben für die Wirtschaft erfüllen können.

Für die Bankenbranche mag Fitschen den Finger an der richtigen Stelle in die Wunde gelegt haben. Der andere Effekt ist jedoch, dass er damit die gesamte Politik gegen sich aufgebracht hat. Eine breite Allianz aus Union, SPD, Linken und Grüne wendet sich nun gegen ihn – mit teilweise harschen Attacken. Schäuble selbst ergriff sogar noch einmal das Wort. In ungewöhnlich scharfer Form wies er Fitschen zurecht. Wenn sich Fitschen seine Aussagen anschaue, werde er sehen, dass er in der Sache nicht Recht habe. „Und im Ton hat er sich ganz sicher vergriffen“, sagte Schäuble nach einer Sitzung des Stabilitätsrates von Bund und Ländern.

Kommentare zu " Politik vs. Fitschen: Volle Breitseite gegen den Deutsche-Bank-Chef"

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  • Eine völlig richtige Sicht der Ursachen: Was hier aus USA rüber schwappte und nachgeäfft wurde, befördert durch die Zustimmung zur Euro-Einführung als Gemeinschaftswährung, das war eine katastrophale Finanz- Politik, die die Banken nur ausgenutzt haben - doch im Konsens mit der Politik, wie u. a. das "Liebesverhältnis" zwischen Merkel und Ackermann gezeigt hat. Nun, da alles langsam auf einen Kulminationspunkt zuläuft und den Bach runter zu gehen droht, heisst es weiträumig aus der Politik: Haltet den Dieb – Wir doch nicht!!!
    Mit freundlichen Grüßen von der AfD
    Klaus Peter Kraa

  • Was erwartet die Führung der Deutschen Bank von der Politik vor dem Hintergrund monatlich neuer Skandale in der Vergangenheit? Etwa Nachsicht, Milde, oder noch Lob für einen nicht überprüfbaren aber geplanten Mentalitätswandel nach den Renditeexzessen der Ära Ackermann? Zur Erinnerung:
    Die sich heute als fälschlich angegriffen gefühlten Manager der Deutschen Bank waren in der Ackermann-Ära allesamt in der Verantwortung. In der Opferrolle machen diese Herren wirklich keine gute Figur.
    Real betrachtet, gibt es keinen nennenswerten Skandal im Finanz- und Währungswesen, in die die Deutsche Bank nicht verwickelt war.
    Ich frage mich daher, welch verzerrte Wahrnehmung der Realität diese Herren haben? Es ist ein trauriges Bild, das dieses ehemals stolze Institut gerade abgibt.

  • Sie sind wohl Bänker: Mehr als schwammige Allgemeinplätze und unfundierte Andeutungen scheinen ihnen nicht einzufallen, stattdessen immer die gleichen Plattitüden. Ich sagen ihnen was: Bald ist Schluß mit lustig und Schicht im Schacht für das Bankstergesindel und deren profitierenden Sympatisanten. Machen Sie sich mit ihrer Geisteshaltung zu dieser asozialen anstrengungslosen Parasitenmuschpoke mal lieber früher als zu spät vom Acker.

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