Politiker in der Wirtschaft
Lindner verteidigt Bahrs Wechsel zur Allianz

FDP-Chef Christian Lindner stellt sich hinter seinen politischen Freund und Partei-Kollegen: Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr wechsele nicht in die Wirtschaft wegen seiner Kontakte, sondern wegen seines Sachverstands.
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BerlinFDP-Chef Christian Lindner sieht nichts Anrüchiges im Wechsel des früheren Gesundheitsministers Daniel Bahr zur Allianz. „Im Unterschied zu anderen Politikern wurde Daniel Bahr nicht wegen seiner politischen Kontakte, sondern wegen seiner Kenntnisse als anerkannter Gesundheitsexperte an Bord geholt“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Er habe ihm daher viel Erfolg gewünscht. Bahr wird im November zunächst Generalbevollmächtigter bei der Konzerntochter Allianz Private Krankenversicherung und soll dann später in den Vorstand aufrücken.

Der FDP-Politiker hatte als Minister einige Gesetze angestoßen, von denen die privaten Krankenversicherer profitierten. Lindner verteidigte das: „Ich halte die private Krankenversicherung für eine wichtige Säule, von deren Stabilität das gesamte Gesundheitswesen profitiert. Sich dafür einzusetzen ist nicht ehrenrührig.“

Noch im vergangenen Jahr hatte der damalige Gesundheitsminister Bahr sich noch selbst für seinen „Pflege-Bahr“ gelobt, eine Zusatz-Pflegeversicherung, die unter anderem die Allianz anbietet – sein neuer Arbeitgeber.

Daniel Bahr und Christian Lindner galten 2011 nach dem Abgang von Guido Westerwelle gemeinsam mit Philipp Rösler als die Hoffnungsträger der FDP, die beiden gelten als befreundet. Bahr selbst, der zuletzt für einen US-Think Tank gearbeitet hatte, bezeichnet seinen Wechsel in die Versicherungsbranche gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ als „logisch“ im Bezug auf seine beruflichen Werdegang.

Die Karenzzeit zwischen seinem Ausscheiden aus dem Berliner Ministeramt und dem Arbeitsbeginn bei der Allianz nannte er „hinreichend“.

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CDU-Politiker spricht von unerträglichem Vorgang

Kommentare zu " Politiker in der Wirtschaft: Lindner verteidigt Bahrs Wechsel zur Allianz"

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  • @ Herr Mustermann:

    Genau so ist es!

    Die FastDreiProzent Partei weiß das auch schon!

    Im Osten hatte sie ja plakatiert:

    "Keine Sau braucht die FDP"

    Wie wahr!

    Das war dann halt mal kein Anflug von spätrömischer Dekadenz á la Guido mit dem Guidomobil, nein, das war ein Anflug von Selbsterkenntnis und dann auch noch zutreffend!

    Wie war das noch?

    "Ein blinder Säufer findet auch mal 'nen Korn..."

    Eine blinde Partei hat auch mal recht...

    ...einmal in hundert Jahren klappt sowas schon!

  • Zitat zu Parteichef Christian Lindner nimmt den früheren Bundesgesundheitsminister in Schutz:

    ""Im Unterschied zu anderen Politikern wurde Daniel Bahr nicht wegen seiner politischen Kontakte, sondern wegen seiner Kenntnisse als anerkannter Gesundheitsexperte an Bord geholt""


    Mit dieser Aussage trifft LINDNER den Nagel auf den Kopf. In seiner Partei, der FDP sitzen bzw. saßen nichts als Schaumschläger, die sich auf Kosten der Steuerzahler alimentieren lassen. Davon ist LINDNER ebenfalls nicht ausgenommen.

    Danke LINDNER für den Freud´schen Versprecher!


    Hoffentlich dürfen wir die FDP auch in Hamburg von der Liste streichen!

  • Unsere BRD (Bananen-Republik-Deutschland) macht ihrem Namen von Tag zu Tag Ehre

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