Preiserhöhung
Milchbauern setzen Proteste trotz erster Erfolge fort

Der Discounter Lidl wird seine Verkaufspreise für Milch erhöhen, Rewe und Edeka ziehen wahrscheinlich nach. Dennoch wollen die deutschen Milchbauern ihre Aktionen fortsetzen.

HB BERLIN. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, verteidigte die weiteren Proteste. „Die Preise werden erhöht, aber noch nicht bei allen. Und deshalb brauchen wir jetzt noch gemeinsame Anstrengungen, um auch die restlichen Lebensmitteleinzelhändler auf diese Linie zu bringen“, sagte Sonnleitner am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Der Bauernverband werde „streng“ darauf achten, dass die höheren Milchpreise auch bei den Milcherzeugern ankämen.

Der Discounter Lidl hatte am Mittwoch angekündigt, von der kommenden Woche an in seinen Filialen den Verkaufspreis je Liter Milch um zehn Cent zu erhöhen.

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, veranstalten die Milchbauern am heutigen Donnerstag einen bundesweiten Aktionstag. Damit wollen sie parallele Gespräche des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit dem Milchindustrieverband (MIV) unterstützen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) rief alle Milchbauern zur Teilnahme an dem „nationalen Milch-Aktionstag“ auf. Neben einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin sollen Demonstrationen vor den Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels ausgeweitet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warf dem Bauernverband deswegen „doppeltes Spiel“ vor. Statt vor die Zentralen der Handelsketten zu ziehen, müsse man der Molkereiindustrie „Beine machen“, sagte der AbL-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.

Neben dem Discounter Lidl hatte am Mittwoch auch eine erste Molkerei angekündigt, den Preis, den sie den Landwirten zahlt, auf 43 Cent pro Liter Milch anzuheben. Zudem wird die Kölner Rewe-Gruppe der von Lidl angekündigten Preiserhöhung voraussichtlich folgen.

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