Proteste
Atommülltransport erreicht Zwischenlager Gorleben

Der siebte Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben hat sein Ziel erreicht. Der Konvoi mit den zwölf Atommüll- Behältern legte am frühen Mittwochmorgen seine letzte 20 Kilometer lange Etappe über die Straße ohne Störungen zurück. Zuvor hatte die Polizei auf der Strecke zwischen Dannenberg und Gorleben Sitzblockaden von Atomkraftgegnern aufgelöst.

HB GORLEBEN. Die Polizei räumte bei Grippel eine mehrstündige Sitzblockade und nahm nach eigenen Angaben mehr als 300 Atomkraftgegner vorübergehend in Gewahrsam. Anschließend rollten die zwölf Sicherheitsbehälter mit hochradioaktivem Abfall um kurz nach vier Uhr früh von der Umladestation Dannenberg binnen knapp eineinhalb Stunden nach Gorleben.

Wie bei früheren Castor-Transporten in den Vorjahren sicherten mehrere tausend Beamte die Straßestrecke. Das Zwischenlager-Gelände war weiträumig abgesperrt und für Atomkraftgegner nicht zu erreichen. Insgesamt hatten Polizei und Bundesgrenzschutz während des mehrtägigen Transportes rund 13 000 Beamte im Einsatz. Die Kosten hierfür belaufen sich nach ersten Schätzungen auf mehr als zehn Mill. €.

Der Zug war am Sonntagabend nahe der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet und hatte die Verladestation am Dienstag nachmittag erreicht. Besonders auf dem letzten Schienenstück von Lüneburg bis Dannenberg gab es mehrere Blockadeversuche, bei denen rund 500 Atomkraftgegner vorübergehend in Gewahrsam kamen.

Nach dem Umladen der jeweils 120 Tonnen schweren Behälter auf Spezial-Tieflader wählte die Einsatzleitung die so genannte Nordstrecke für den Straßentransport nach Gorleben. Dort hatten in den Tagen zuvor Unbekannte mit einer manipulierten Wasserleitung bei Langendorf die Straße unterspült. Der Schaden habe aber kurzfristig repariert werden können, teilte die Polizei mit.

Nach dem mittlerweile siebten Atommüll-Transport befinden sich nun 44 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Abfall in dem Zwischenlager. Bei dem Atommüll handelt es sich um die Reste aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter deutscher Kernbrennstäbe, die Deutschland zurücknehmen muss. Der Atomkonsens zwischen rot-grüner Bundesregierung und Energiewirtschaft sieht noch bis zu zehn Jahre lang weitere Transporte aus La Hague sowie von 2005 an auch aus der britischen Aufbereitungsanlage Sellafield nach Gorleben vor.

An den Protesten beteiligten sich vor allem Menschen aus der Region. Sie befürchten, dass Gorleben auch Standort für ein Endlager wird. Die rot-grüne Regierung hat die Arbeiten an dem umstrittenen Endlagerbergwerk im Gorlebener Salzstock im Rahmen des Atomausstiegs zunächst nur unterbrechen lassen.

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