Proteste begleiten Transport
Castor wieder auf deutschem Boden

Begleitet von Protesten hat der nächste Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll am Sonntag Deutschland erreicht und ist nun auf dem Weg quer durch die Republik ins Zwischenlager Gorleben.

HB GORLEBEN. Am Abend musste der Zug seine Fahrt für rund anderthalb Stunden bei Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg unterbrechen, nachdem nach Polizeiangaben rund ein Dutzend Atomkraftgegner auf den Gleisen demonstriert hatte. Sie wurden festgenommen und ihre Personalien aufgenommen. Der Zug mit den zwölf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague hatte gegen Mittag plangemäß die Landesgrenze bei Lauterbourg passiert. Im atomaren Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen soll er am Montag eintreffen. Unterdessen stritten Grüne und SPD darum, ob es bereits eine Festlegung auf den Gorlebener Salzstock als atomares Endlager gebe.

In der Region um das Zwischenlager, dem Wendland, protestierten Menschen auch am Sonntag weiter gegen den Transport. Am Abend blockierten mehrere hundert Atomkraftgegner eine Straße zum Zwischenlager Gorleben. An der Aktion in der Gemeinde Gusborn beteiligten sich auch rund 150 Landwirte mit ihren Traktoren. Die Schlepper standen teilweise ineinander verkeilt auf der Fahrbahn. Die Polizei schritt zunächst nicht gegen die Blockierer ein und beschränkte sich auf die Umleitung des Verkehrs.

Zuvor hatten sich an einer Kundgebung in der Gemeinde Gusborn sich rund 1000 Demonstranten beteiligt, darunter auch etwa 300 Landwirte mit ihren Traktoren. Am Verladebahnhof in Dannenberg, wo die Castor-Behälter von den Waggons auf Lastwagen gehievt werden sollen, um den letzten Teil der Strecke auf der Straße zurückzulegen, starteten 100 Radfahrer zu einer Demonstration in Richtung Gorleben. 40 Reiter und 150 Fußgänger folgten in der Gemeinde Langendorf dem Aufruf zu einer Pferdeprozession.

Am Samstag hatten mehrere tausend Menschen im niedersächsischen Hitzacker gegen die Atommülltransporte demonstriert. Am Freitagabend waren bei Auseinandersetzungen Polizisten und Atomkraftgegner verletzt worden. Bereits bei früheren Atommülltransporten nach Gorleben war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Rund 15 000 Beamte von Landes- und Bundespolizei sollen den Transport schützen.

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