Proteste in Athen
Unmut in Berlin über anti-deutsche Parolen in Griechenland

Der Druck auf Griechenland ist immens. EU-Hilfe gibt es nur gegen harte Sparanstrengungen. Der Ärger der Griechen darüber ist groß und wendet sich vor allem gegen Deutschland. Das sorgt wiederum für Unmut in Berlin.
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BerlinDer Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat sich irritiert über Ressentiments gegen Deutschland im Rahmen der Proteste in Griechenland geäußert. "Für anti-deutsche Parolen in Griechenland habe ich kein Verständnis", sagte Kauder „Spiegel Online“. "Deutschland will helfen. Und wenn die beschimpft werden, die helfen wollen, ist das eigenartig. Es nützt Griechenland doch nichts, wenn wir einfach Geld geben und sich an der Situation des Landes nichts ändert."

Kauder forderte die Griechen auf, weiterhin ihre "Hausaufgaben" zu machen. "Der öffentliche Dienst ist überbesetzt, Steuern dürfen nicht nur veranlagt, sie müssen auch eingenommen werden, und die Menschen müssen einsehen, dass Schwarzarbeit niemandem hilft", zählte der Fraktionschef auf. "Ich weiß, das ist schmerzlich. Aber die Griechen müssen um ihrer selbst handeln."

Kauder kritisierte zudem die konservative griechische Oppositionspartei Nea Demokratia um deren Vorsitzenden Antonis Samaras dafür, dass sie sich dem Sparkurs der Regierung weiterhin verweigert. "Ich habe kein Verständnis, dass die griechische Opposition, die unserer europäischen Parteifamilie angehört, hier nicht mitmacht", sagte der CDU-Politiker. "Die Opposition in Athen muss einsehen, dass es um eine nationale Aufgabe geht."

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält die an Bedingungen geknüpften Beschlüsse des Brüsseler EU-Gipfels für weitere Finanzhilfen an Griechenland für legitim. „Das politische Signal der Staats- und Regierungschefs ist richtig, Griechenland zu helfen, wenn dort das neue Sparprogramm verabschiedet wird“, sagte Hundt. Dazu müssten die Griechen die ausstehenden Reformmaßnahmen kurzfristig auf den Weg bringen.

Andernfalls werde „die Solidarität der anderen Euro-Staaten überfordert“. Strukturelle Reformen sind nach den Worten Hundts notwendig, um das Land auf mittlere Frist wieder wettbewerbsfähig und damit auch wieder kapitalmarktfähig zu machen. Die Situation zeige, „wie wichtig es ist, sich streng an den Stabilitätspakt und seine Vorgaben zu halten“. Dazu brauche der Pakt einen wirksamen, automatisch ablaufenden Sanktionsmechanismus.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten Athen signalisiert, dass es nach dem 110-Milliarden-Paket vom vorigen Jahr mit einem neuen riesigen Hilfsprogramm rechnen können. Dafür müssen die Griechen aber das neue Sparprogramm von Ministerpräsident Georgios Papandreou akzeptieren - und in die Tat umsetzen. „Das ist absolut nötig, um das Vertrauen wiederherzustellen“, sagte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy in der Nacht zum Freitag in Brüssel.

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  • Wie hat Prof.Hankel schon vor Jahren gesagt, Der EURO zerstört Europa und wird es nicht einigen.
    Wie recht er hatte.Was wir jetzt sehen ist doch die schleichende Zerstörung der gemeinsamen Währung und den
    politischen Exodus der Union.
    Un dies ist erst der Anfang.

  • Mir ist es so egal, was manche Griechen über Deutschland denken und reden. Wir haben deren Misere nicht zu verantworten. Sollen sie doch zusehen, wie sie ihre Probleme lösen.

  • Das ist doch immer das gleiche. Deutschland den 2WK vorhalten, um an Geld zu kommen. Dass das mit jedem neuen Jahrzehnt immer irrationaler wird, scheint den Griechen nicht zu interessieren.

    Natürlich ist nicht die eigene Misswirtschaft schuld, sondern WK2. Ja ne, ist klar.

    Griechische Millionäre (die keine Steuern zahlen) kaufen verstärkt Häuser in London (und zahlen bar), um ihr Geld vor der Steuer zu retten.

    Aber schuld an der jetzigen Situation in G ist die Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft in Griechenland der letzten 30 Jahre!

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