Putschversuch
Schröder wollte Merkel stürzen

Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll nach Medienberichten unmittelbar nach der Wahl 2005 versucht haben, Angela Merkel als Kanzlerin zu verhindern. Drei Tage nach der Wahl soll es ein Geheimtreffen zwischen einem Emissär Schröders und CSU-Chef Stoiber gegeben haben – mit fatalen Folgen für den noch amtierenden Kanzler.

HB BERLIN. Kurz nach der Bundestagswahl 2005 soll der damalige SPD-Kanzler Gerhard Schröder versucht haben, mit Hilfe von CSU-Chef Edmund Stoiber der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel den Weg ins höchste Regierungsamt zu verbauen. Dies berichteten das Magazin „Stern“ und die „Augsburger Allgemeine“ unter Berufung auf hochrangige CSU-Kreise in München.

<

Während laut „Stern“ Schröder selbst Kanzler bleiben wollte, schlug er laut der Tageszeitung Stoiber vor, dieser solle Chef einer großen Koalition werden. Schröder bestritt die Darstellungen. Die CSU wollte sich offiziell nicht äußern.

Nach Angaben der „Augsburger Allgemeinen“ erzählte Stoiber selbst in einer Sitzung im engsten Parteikreis von dem Angebot Schröders, Kanzler einer großen Koalition in Berlin zu werden. Teilnehmer seien unter anderem CSU-Generalsekretär Markus Söder sowie die vier CSU-Stellvertreter gewesen. Er habe abgelehnt, weil er nicht zum „Spaltpilz“ der Union werden wollte, habe Stoiber erklärt.

Auch der „Stern“ beruft sich auf das „engste Umfeld“ Stoibers. Nach dieser Darstellung soll Schröder den CSU-Vorsitzenden am Rande der „Elefantenrunde“ im Fernsehen am Wahlabend angesprochen und erklärt haben, man solle in den nächsten Tagen miteinander reden. Der bayerische Ministerpräsident sei zunächst darauf eingegangen und habe drei Tage später einen ungenannten Abgesandten Schröders in München empfangen. Dieser habe Stoiber dann die Offerte unterbreitet, als „erster Mann der Union“ in eine von Schröder geführte große Koalition einzutreten.

Der Ex-Kanzler erklärte dem Magazin, es habe am Wahlabend weder einen direkten Gesprächskontakt mit Stoiber gegeben noch habe er einen Emissär nach München geschickt. In SPD-Kreisen wurde darauf verwiesen, dass es sich bei diesen CSU-Darstellungen wahrscheinlich um eine „Retourkutsche“ wegen der scharfen Abrechnung in Schröders gerade erschienenen Memoiren mit Stoiber handle.

In dem Buch hatte der Altkanzler Stoiber als ständigen Zauderer dargestellt und detailliert berichtet, mit welchen Vorwänden der Ministerpräsident es abgelehnt habe, als EU- Kommissionschef nach Brüssel zu wechseln. Dieses Amt war ihm gemeinsam von Schröder und Frankreichs Präsident Jacques Chirac angeboten worden. Zunächst soll Stoiber auch akzeptiert haben, sich aber dann wieder anders besonnen haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%