RAF-Terrorismus
Köhler dämpft Klars Freiheitshoffnungen

Der inhaftierte RAF-Terrorist Christian Klar kann sich keine Hoffnungen machen, von Bundespräsident Horst Köhler rasch begnadigt zu werden: In einem Brief an ein Terroropfer des Jahres 1977 hat das Präsidialamt versichert, eine Entscheidung über Klars Gnadengesuch stehe nicht unmittelbar bevor.

HB BERLIN. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, ging der Brief an die Hamburgerin Beate Keller, die vor 30 Jahren an Bord der im Auftrag der RAF entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ war. Sie habe sich Mitte Februar an Köhler gewandt und an den Präsidenten appelliert, den 54 Jahre alten Klar nicht zu begnadigen.

Im Antwortschreiben, das Präsidialamtsstaatssekretär Gert Haller verfasst habe, heißt es laut „Bild“: „Eine Entscheidung [über das Gnadengesuch Klars, d.R.] ist noch nicht gefallen und wird angesichts der vielen einzubeziehenden Gesichtspunkte sicherlich noch geraume Zeit erfordern.“ Dem Bundespräsidenten seien „Leid und Schmerzen, die Sie wie andere Betroffene durch die Verbrechen der RAF erfahren haben und die Sie gegenwärtig durch die äußerst intensive Diskussion in der Öffentlichkeit einmal mehr durchleben müssen, sehr bewusst“. Auch könne Köhler „die Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen“, die bei den Opfern der RAF durch die Strafaussetzung für RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt und durch das Gnadengesuch von Christian Klar ausgelöst worden seien.

Der in Freiburg geborene Klar sitzt wegen mehrfachen Mordes seit 1982 im Gefängnis und ist derzeit in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal bei Karlsruhe inhaftiert. Nachdem er vom Publizisten Günter Gaus 2001 interviewt worden war und ihn dieser dazu ermutigt hatte, reichte Klar bei Bundespräsident Johannes Rau ein Gnadengesuch ein. Rau hinterließ den heiklen Antrag seinem Nachfolger Köhler.

Die Debatte über Klar war im Zuge der bevorstehenden Haftentlassung der RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt hochgekocht, die in wenigen Tagen auf Bewährung entlassen werden wird, weil sie die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaftzeit verbüßt haben wird. Klars hätte seine Mindesthaftzeit erst 2009 abgesessen. Für Schlagzeilen sorgte Klar, als er in einem Grußwort an die linke Rosa-Luxemburg-Tagung gegen den Kapitalismus wetterte. Als sich Politiker und Medien daraufhin empörten, beklagte sich Klar über Meinungsblockwarte, die ihm den Mund verbieten wollten.

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