Rassistische Bemerkung von Andreas Scheuer
Der eine Satz zu viel des CSU-Generalsekretärs

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer lästert über Ausländer. Und schafft es, damit gleichermaßen Kirchen, Vereine und die eigene Partei zu verprellen. Wird Seehofer trotzdem an seinem treuen Diener festhalten?

MünchenImmerhin, Andreas Scheuer zensiert seine Kritiker nicht. „Sehr geehrter Herr Scheuer, wann werden Sie endlich Generalsekretär der AfD???“, darf ein Herr Deister auf Scheuers Internetauftritt schimpfen. Herr Deister steht mit seiner Wut nicht alleine. Die Empörung über eine Bemerkung des CSU-Generalsekretärs über Flüchtlinge ist groß - und sie kommt längst auch aus seiner eigenen Partei. Ob sie auch politisch bedrohlich wird, liegt aber am Ende an CSU-Chef Horst Seehofer.

Im Regensburger Presseclub hatte Scheuer die Sätze gesagt, die ihm nun so heftige Kritik bringen. „Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling.“

Als dazu die erste Kritik aufflammte, verteidigte Scheuer die von vielen als zynisch empfundenen Sätze sogar noch als eine „bewusste Zuspitzung“ - also pure Absicht. Besser hat es dies für den kurz vor dem 42. Geburtstag stehenden Scheuer nicht gemacht.

Scheuer, der als „Stoiberianer“ 2002 bei der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber in den Bundestag gekommene war, zeigte zudem wenig Gespür für die Nervenbahnen der Volkspartei CSU. Denn Scheuer kritisierte bei seinem Auftritt auch, dass Flüchtlinge wie der als Beispiel gewählte Senegalese am Ende einen Pfarrer oder Vereinsvorsitzenden fänden, die für sie einträten - das offene Ohr für die Meinung genau solcher engagierter Bürger hat aber die CSU stark gemacht.

Wohl auch deshalb ergänzt sich inzwischen die offene Kritik aus der Kirche um Kritik aus den eigenen Reihen. Der CSU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel und der langjährige Landtagsfraktionschef Alois Glück als moralische CSU-Autoritäten griffen Scheuer an. Besonders pointiert fasste es Glück zusammen. Er warnte vor einem „gefährlichen Entfremdungsprozess“ zwischen der CSU und sozial engagierten Bürgern. Flüchtlingshilfe leisten und gleichzeitig für die CSU öffentlich aktiv sein verträgt sich für manche längst nicht mehr, wie auch in Kirchenkreisen offen berichtet wird.

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Ein falscher Doktortitel

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