Reaktionen auf Spionageaffäre
Guttenberg wettert gegen USA-Kritiker

„Platte Beschimpfungen“, „geifernde Pauschalkritik“: Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg warnt in der Spionageaffäre deutsche Politiker vor zu harten Attacken gegen die USA. Auch Obama bekommt sein Fett ab.
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BerlinMit ungewöhnlich harschem Ton hat sich der ehemalige Verteidigungsminister, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), in den Streit mit den USA über ihre Spionage- und Spähaktivitäten in Deutschland eingeschaltet. „Ja, unsere Freundschaft zu den USA ist ein Sanierungsfall“, schreibt Guttenberg, der heute am „Center for Strategic and International Studies (CSIS)“, einem Thinktank in Washington tätig ist, in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung.

Das transatlantische Verhältnis lasse sich aber „kitten“, ist Guttenberg überzeugt. Jedoch „nicht durch illusorische Forderungen („keine US-Spione in unserem Land“) und platte Beschimpfungen, sondern mithilfe besonnener Persönlichkeiten auf beiden Seiten des Atlantiks“.

Der Ex-Minister wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass viele amerikanische Verantwortungsträger in Wirtschaft, Medien und Wissenschaft wegen der US-Spähaktionen „beschämt“ seien  und sich für die politische Spitze ihres Landes entschuldigten. Auch das sei Amerika. „Ihnen gilt es, die Hand zu reichen. Ihr Druck auf das Weiße Haus wird wirkungsvoller sein als geifernde Pauschalkritik von unserer Seite“, so Guttenberg.

Klare Worte findet der Ex-Bundesminister auch in Richtung Barack Obama. Spätestens jetzt, nachdem die Bundesregierung den Agenten-Chef der US-Geheimdienste in Berlin aufgefordert habe, in seine Heimat zurückzukehren, sollten beim US-Präsidenten „alle Alarmglocken klingeln“, schreibt Guttenberg. „Er wird seinen politischen Stil der lächelnden (und oft leider ahnungslosen) Distanz ändern müssen, will er nicht als Totengräber transatlantischer Freundschaft in die Geschichtsbücher eingehen.“

Guttenberg weist darauf, dass Antiamerikanismus in Deutschland bereits „bedenklich“ floriere. Dies diene aber weder den amerikanischen noch den deutschen Sicherheitsinteressen. Andererseits müssten auch deutsche Politiker erkennen, dass es Spione und Doppelspione immer geben werde. Auch die Kooperation von Geheimdiensten, auf die man angewiesen sei, könne aus dem Ruder laufen. „Wird man allerdings unter Freunden erwischt, schlägt die Stunde der Kommunikation und Vertrauensbildung“, erklärte der CSU-Politiker. „Hier hat Obama bedauerlicherweise versagt.“

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US-Regierung schweigt, US-Kongress äußert sich besorgt

Kommentare zu " Reaktionen auf Spionageaffäre: Guttenberg wettert gegen USA-Kritiker"

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  • Ja , also Amerika weiterhin freundlich behandeln ? Der Deutsche wurde immer schon zum Ducken erzogen und zum Obrigkeitsdenken. Ganz schön blöd was da gemacht wurde.
    Deshalb ist Deutschland auch ein politischer Selbstbedienungsladen weil nichts passiert.

  • Was fuer ein unverständliches und wirres Kauderwelsch - wem wollen Sie damit imponieren?

  • Verehrter SayTheTruth,
    Ihre Einlassungen werden immer abstruser! Robert Havemann war promovierter Chemiker und arbeitete nach dem 2. Weltkrieg zunächst am Kaiser Wilhelm Institut und später als Professor an der Humboldt Universität zu Berlin. Er war aktives KPD Mitglied und am Widerstand gegen das Naziregime beteiligt. Ihn als Pfarrer zu bezeichnen lässt tief in die Substanz Ihrer Aussagen blicken. Vielleicht nehmen Sie sich Ihren Alias zum Vorbild (so, wie Sie es formulieren, ist es ja eher eine Aufforderung; dass Sie die Englische Sprache fuer eine Pseudonym verwenden, ist bei Ihrer offen zur Schau getragenen Einstellung auch verwunderlich) und sagen/schreiben die Wahrheit, sofern sie Ihnen bekannt sollte. Anderenfalls verkneifen Sie sich Ihren Mitteilungsdrang einfach.
    Bevor man hier in unwürdiger Weise Hrn. zu Guttenberg diffamiert, möge man sich an eine 2000 Jahre alte Weisheit erinnern: Der unter euch, der ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!

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