Rede vor Asien-Pazifik-Ausschuss
Merkel wirbt um asiatische Investoren

Als „hochinteressante Region für die deutsche Wirtschaft“ hat Bundeskanzlerin Merkel den asiatisch-pazifischen Raum bezeichnet. Dabei sei eine noch engere Zusammenarbeit unerlässlich – auf beiden Seiten.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat für eine noch engere Zusammenarbeit der deutschen Wirtschaft mit den Ländern im asiatisch-pazifischen Raum geworben. „Die Märkte in Fernost bleiben für die deutschen Unternehmen hochinteressant“, sagte sie bei einer Festveranstaltung des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) am Montagabend in Berlin. „Engagements deutscher Unternehmen sind gefragt.“ Zugleich seien auch Investoren von dort in Deutschland sehr willkommen.

Die Kanzlerin forderte die Europäer auf, sich beim Abschluss von Freihandelsabkommen mit Ländern der Region zu beeilen. Der Abschluss eines solchen Abkommens mit Singapur könne einen Impuls geben. Sie sei aber pessimistisch, ob es gelinge, noch vor den Wahlen in Indien auch mit diesem Land eine solche Vereinbarung zu schließen. Generell habe Deutschland ein großes Interesse, noch stärker mit Asien ins Geschäft zu kommen. „Deutschland ist eine der weltweit führenden Wirtschaftsnationen“, sagte die Politikerin. „Aber wir haben alles andere als einen Rechtsanspruch, das immer zu bleiben.“

Deutschland muss und kann sich nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch stärker als bisher der internationalen Konkurrenz stellen. „Wir brauchen den Wettbewerb auch bei uns zuhause“, sagte sie am Montagabend in Berlin. Zusammen mit der EU mache sie sich für ein Freihandelsabkommen mit Asien stark.

Auch das – derzeit auf Eis liegende – Freihandelsabkommen mit den USA dürfe nicht aus den Augen verloren werden – „vor lauter kleinen Schwierigkeiten“, sagte die Kanzlerin unter Anspielung auf die NSA-Abhöraffäre. Weltoffenheit habe Deutschland immer gut getan.

Merkel lobte den APA als Mittler zwischen Wirtschaft und Politik: „Das hat Deutschland und den Partnerländern gut getan – und habe den Ausschuss seit mehr als 20 Jahren zu einem wichtigem Ansprechpartner gemacht.

Der neue APA-Chef Hubert Lienhard forderte die deutschen Unternehmen ebenfalls zu einem stärkeren Engagement in Asien auf. „Das Modell des 'Exportweltmeisters' kann für die deutsche Wirtschaft vor dem Hintergrund der gewaltigen Veränderungen in Asien kein langfristiges Erfolgsmodell sein“, warnte er. Die deutschen Firmen müssten vielmehr ihre Präsenz in Asien vertiefen. „Unternehmen, die künftig nicht in Asien zu Hause sind, werden international unbedeutend sein.“ Europa habe nur eine Chance, in der Welt mitzuspielen, wenn es noch stärker zusammenrücke und -arbeite.

Mit Blick auf die jüngste wirtschaftliche Abkühlung in einigen Ländern Asiens und politische Spannungen forderte Lienhard die deutsche Wirtschaft und die Politik auf, Ruhe zu bewahren und die Erfolge der Zusammenarbeit mit den asiatischen Ländern aufzuzeigen. „Deutschland braucht Asien“, betonte er.

Lienhard ist Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung des Maschinenbauers Voith. Er übernahm am Montag vom früheren Siemens-Chef Peter Löscher das Amt des APA-Vorsitzenden.

Löscher bekannte ein halbes Jahr nach seinem Abgang von der Siemens-Konzernspitze, das ihm dies „nicht leicht gefallen“ sei. Der Manager war nach einer Pannenserie und zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge von der Siemens-Spitze abgetreten.

Die Region Asien-Pazifik ist für die deutsche Wirtschaft einer der wichtigen Zukunftsmärkte. Rund 14 Prozent der deutschen Exporte gegen in diesen Raum, während sich die deutschen Einfuhren von dort auf rund 18 Prozent belaufen. Gewachsen sind in den vergangenen Jahren aber auch die Direktinvestitionen der deutschen Wirtschaft in diese Länder. Zwischen 2002 und Ende 2011 verdreifachte sich ihre Summe beinahe auf 114 Milliarden Euro. Gemessen daran fallen die asiatische Investitionen in Deutschland bescheidener aus: Diese haben sich mit rund 25 Milliarden Euro allerdings auch mehr als verdoppelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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