Rente mit 67
IG Metall sieht Verschlechterung der Lage Älterer am Arbeitsmarkt

Ältere Arbeitnehmer haben laut IG Metall einen schweren Stand in der Industrie. Ein Fünftel der Über-55-Jährigen arbeitet im Niedriglohnsektor. Vor diesem Hintergrund fordert Vorstandsmitglied Urban, die Rente mit 67 zu überdenken.
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BERLIN. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat sich die Lage der älteren Arbeitnehmer drastisch verschlechtert. Nach Angaben des IG Metall-Vorstandsmitgliedes Hans-Jürgen Urban haben nur noch 21 Prozent der 64jährigen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Und auch davon arbeite jeder Zweite lediglich als Minijobber, in Teilzeit, Leiharbeit oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis, sagte Urbau dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit der Diskussion um das Rentenalter von 67 Jahren mehrfach darauf hingewiesen, dass rund 39 Prozent der 60 bis 65-jährigen erwerbstätig seien. Laut Urban arbeitet jedoch ein Fünftel der 55- bis 65jährigen im Niedriglohnsektor. Etliche der in der Statistik auftauchenden Älteren arbeiteten in Minijobs oder Teilzeit und versuchten auf diese Weise, ihre niedrige Rente durch einen Nebenverdienst aufzubessern, sagte Urban.

Hoffnung auf eine Verbesserung hat der Gewerkschafter nicht. In der Metall- und Elektroindustrie sei der Anteil der Betriebe, die Fördermaßnahmen für ältere Arbeitnehmer anbieten, in den vergangenen acht Jahren von 24 auf 20 Prozent gesunken. Die Bundesregierung habe daher gute Gründe, den für 2012 geplanten Start der Rente mit 67 zu überdenken.

Kommentare zu " Rente mit 67: IG Metall sieht Verschlechterung der Lage Älterer am Arbeitsmarkt"

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  • Wenn sich der Niedriglohnsektor der Ü50-jährigen weiter ausweitet, wird unsere bundesregierung die Rente mit 67 überdenken!
    Da immer weniger Arbeitnehmer genug Rentenpunkte ansammeln können, müssen wir halt noch länger arbeiten.
    Also Löhne runter und arbeiten bis zum umfallen.
    Das steigert die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

    in diesem Sinne

    Einen guten Morgen.

  • Die Gewerkschaften sind längst Teil der Politik geworden. Sie quatschen ein wenig und das wars.
    Anstatt zu handeln und das ginge, wenn sie denn wollten.
    Sich mal all die Arbeitslosen (die wirklich Arbeitslosen) schnappen, auch wenn sie derzeit keinen beitrag zahlen, weil sie das Geld nicht haben mit bussen nach berlin und mal mehr als eine Woche Demo vorm Kanzleramt.
    Da werden sich viele andere bürger dazu gesellen.
    berlin so lahn legen, dass nichts mehr geht.

    Nur so können wir Änderungen herbei führen.
    Der Karren ist so tief im Dreck und die derzeitige Regierung sind Kriminelle und benehmen sich wie Wegelagerer und denen muß mal Feuer unterm Arsch gemacht werden.
    ich bin bei Gott nicht links, das verbietet mir schon meine klösterliche Schulzeit bei den Englischen Fräulein, aber mich packt mittlerweile fast täglich die Wut, wenn ich Zeitung lese.
    Allerdings sollte man auch ein Konzept haben, wie es besser gestaltet werden könnte.
    Aber die Gewrkschaften bringen ja nichts mehr zustande.
    Sie ahben ja nicht umsonst so viele Mitglieder verloren (mich auch).

    Die paar kleinen Streiks die die machen, haben doch Kindergartenniveau
    Und die dämlichen Trillerpfeifen sind doch von vorgestern

  • Rente mit 65 - 67 Jahren. ich arbeite in einem
    betrieb, wo hohe körperliche Anforderung bestehen.
    Von den vielen Menschen die ich kenne oder kannte
    im betrieb sind die meisten kurz vor der Rente
    mit 65 verstorben oder haben noch einige Monate
    gelebt? Die bundesregierung kommt mir so vor,
    als wenn sie sagen will, liebe Leute arbeitet
    bis ihr Tot umfallt, dann braucht die Renten-
    versicherung nichts mehr zu bezahlen. im
    Alten Testament wurden noch Menschen geopfert.
    Vielleicht sollte Herr Kauder auch ein wenig
    mit der Zeit gehen. Das Menschen ihr leben
    lang eingezahlt haben und zum Schluß nichts
    bekommen, als eine Schaufel Erde, kann nicht
    richtig sein. Rentengerechtigkeit sollte ange-
    strebt werden. ich glaube, ich muss hier nicht
    alle Ungerechtigkeiten aufzählen, die weiss
    Herr Kauder sehr genau. Oder soll ich bei den
    Abgeordneten anfangen? Nicht nur, dass unsere
    zukünftigen Durchschnittsrentner zu Sozialhilfe-
    empfängern werden, will man ihnen auch noch
    die Rente vorenthalten.

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