Saarland vor Großer Koalition
Die SPD hält Kramp-Karrenbauer den Steigbügel

Die CDU und Annegret Kramp-Karrenbauer haben die Landtagswahl im Saarland gewonnen. SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas muss zu seiner Zusage stehen und als Juniorpartner in die Große Koalition gehen – wohl oder übel.
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SaarbrückenAuch nach dem deutlichen Wahlsieg der Union im Saarland will Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die SPD in einer großen Koalition als vollwertigen Partner akzeptieren. „Wir werden auf jeden Fall eine Koalition auf Augenhöhe sein - auch getragen von Respekt“, sagte Kramp-Karrenbauer am Montagmorgen am Flughafen Saarbrücken dem Saarländischen Rundfunk (SR). „Deswegen wird das sicherlich auch ein gutes Einvernehmen in dieser Koalition geben.“ Bereits vor der Wahl hatte sie eine Koalition mit den Sozialdemokraten in Aussicht gestellt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die CDU bei der Landtagswahl am Sonntag 35,2 Prozent. Die SPD landete mit 30,6 Prozent auf dem zweiten Platz. Für die Linke votierten 16,1 der Wähler. Die Grünen schafften mit 5,0 Prozent knapp den Wiedereinzug ins Parlament. Die FDP scheiterte mit 1,2 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die erstmals angetretene Piratenpartei kam mit 7,4 Prozent der Stimmen in den neuen Landtag.

Angesichts der klaren Ergebnisse kündigte Kramp-Karrenbauer zügige Koalitionsverhandlungen an, trotz der Osterpause. Es gehe um eine „gute Grundlage für fünf Jahre“, sagte die CDU-Spitzenkandidatin in der ARD. Kramp-Karrenbauer führte ihren Wahlsieg unter anderem auf den Wunsch der Saarländer nach „stabilen Verhältnissen“ zurück. Zudem sei das Votum eindeutig für eine große Koalition unter ihrer Führung ausgefallen.

Die saarländische SPD steht nach den Worten ihres Spitzenkandidaten Maas für Koalitionsverhandlungen mit der CDU bereit. Zugleich räumte Maas ein, den erhofften Regierungswechsel verpasst zu haben. Grund sei wohl die schlechte Mobilisierung der SPD-Wähler gewesen. Ein rot-rotes Bündnis wird es trotz rechnerischer Möglichkeit nicht geben. Maas bekräftigte am Sonntagabend seine klare Absage an eine Koalition mit der Linkspartei. Linke-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine zeigte sich enttäuscht. Mit der CDU werde den Sozialdemokraten kein Politikwechsel gelingen, sagte er und nannte die CDU eine „Überschuldungspartei“.

Das relativ gute Abschneiden der Linkspartei im Saarland mit rund 16 Prozent hat nach Einschätzung des SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel einen einfachen Grund: „Es gibt einfach noch viel Lafontaine-Romantik im Saarland.“ Hochzufrieden zeigten sich die Piratenpartei. Sie wird nach Berlin zum zweiten Mal in ein Landesparlament einziehen. Spitzenkandidatin der Piraten war die 22-jährige Jasmin Maurer, die derzeit eine Lehre zur IT-System-Kauffrau absolviert. Landesvorstand Michael Hilberer kündigte bereits eine „konstruktive Oppositionsarbeit“ an.

Schwer enttäuscht reagierten die Liberalen, die mit etwa 1,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl an der Saar einfuhren. Spitzenkandidatin Nathalie Zimmer sagte, Schuld für das schlechte Abschneiden sei „die Kürze der Zeit“ nach den internen Querelen im vergangenen Jahr. Spitzenkandidat Oliver Luksic und sie hätten von Null starten müssen.

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Heftige parteiinterne Kritik an FDP-Chef Rösler

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  • Ich hätte gern Planwirtschaft, Gleichmacherei und Fremdbestimmung.

    Darf es ein bisschen Mehr sein? Vielleicht gleich Rot-Rot?

  • @ Flash

    Idioten wie Schäffler? Nehmen Sie den Rest der FDP-Mannschaft, schreiben Sie CDUSPDGrüne drüber, und keiner merkt den Unterschied. Weil keiner da ist.

    Wenn einer in der FDP noch liberale Werte vertritt, dann Frank Schäffler. Die Partei ist fertig.

    Wir brauchen wieder eine liberale Partei!

  • ...........................................................
    Q GEHTS NOCH
    ..............
    ihre erwiderung v. 10.38
    ........................
    ich antworte ihnen letzlmalig, auch wenn wenig hoffnung
    habe, dass sie meine argumenten überzeugen werden..
    ausserdem fehlt mir auch die zeit, dieses forum ständig
    zu verfolgen ..
    ..
    ..
    "es reicht natürlich nicht, einen kommentator als dumm
    zu bezeichnen"..
    ..
    dieser satz ihrer antwort ist vollkommen richtig..!!!
    ..
    alle weiteren "begründungsversuche" - laufen ins leere
    da sie zwar über gott und die welt, aber nicht über den
    inhalt meines kommentares geschrieben haben..
    ..
    also..
    für mich bleibt das fazit..
    ..
    keine inhaltliche kritik - leider
    ..
    bewerten möchte ich ihre div. kommentare nicht, da
    ich nicht pers. werden möchte..
    ..
    mfg
    dandy

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