Sachsens Innenminister Thomas de Maizière wird Kanzleramtschef
Merkels Mann hinter den Kulissen

Auch wenn der Kanzleramtschef fast immer hinter den Kulissen und damit von der Öffentlichkeit unbemerkt agiert, ist er für einen Regierungschef von großer Bedeutung. Vertrauen, das Thomas de Maizière bei Merkel wohl genießt. Er ist der neue Mann im Kanzleramt.

BERLIN. Die Entscheidung hat Angela Merkel bis zur letzten Minute offen gehalten. Noch am Montagmorgen rätselten führende Unionspolitiker, wer ihr engster Vertrauter im Kanzleramt werden könnte. Immer wieder fiel der Name von Norbert Röttgen. Zunächst schien der 40-jährige parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer für die CDU-Chefin die erste Wahl als Kanzleramtsminister zu sein. Dann entschied sie sich doch noch für Thomas de Maizière. Letztlich sollen die Erfahrung des sächsischen Innenministers mit großen Verwaltungsapparaten und seine langjährige politische Freundschaft mit Merkel den Ausschlag für ihn gegeben haben, verlautete aus CDU-Kreisen.

Denn auch wenn der Kanzleramtschef fast immer hinter den Kulissen und damit von der Öffentlichkeit unbemerkt agiert, ist er für einen Regierungschef von großer Bedeutung. Er ist Schaltstelle, Problemlöser, Schlichter und im besten Falle Weichensteller der Regierungspolitik. Unabdingbar ist dabei ein absolutes und meist über lange Jahre gewachsenes Vertrauen des jeweiligen Kanzlers.

Vertrauen, das Thomas de Maizière bei Merkel wohl genießt. Sie selbst bezeichnete ihn nicht umsonst bei der Vorstellung der Unionskandidaten als einen ihrer "ältesten politischen Freunde". Den 51-jährigen CDU-Politiker kennt Merkel noch aus der Zeit der Wiedervereinigung. Er baute schon 1990 das Amt des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière - eines Cousins - mit auf. Merkel wiederum startete unter Lothar de Maizière ihre politische Karriere als stellvertretende Regierungssprecherin der DDR.

Anders als Röttgen scheint de Maizière zudem andere Anforderungen zu erfüllen. Der Kanzleramtschef muss im Idealfall ein politischer "Allrounder" sein, sich bei allen Themen auskennen. Ein guter Organisator agiert dabei als Frühwarnsystem, weil er auf sich abzeichnende Konflikte zwischen Ressorts hinweist - und im Idealfall gleich versucht, sie selbst zu beseitigen. Zumindest muss er Themen so klar vorbereiten, dass ein Kanzler über diese in knapper Zeit schnell entscheiden kann.

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