Schadhafte Brennelemente
Weitere Defekte im Atomkraftwerk Krümmel entdeckt

Im abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel sind neue Defekte gefunden worden. Im Reaktorkern stellten Arbeiter drei schadhafte Brennelemente fest. Zudem befinden sich Risse an weiteren sensiblen Stellen.

HB HAMBURG. Bei der Überprüfung von Schweißnähten seien an Absaugeleitungen von Armaturen innerhalb und außerhalb des Sicherheitsbehälters 13 schadhafte Stellen festgestellt worden, teilte Vattenfall Europe am Freitag mit. Die betroffenen Stücke der 15 Millimeter dicken Rohre, die Wasser oder Dampf abführen, würden ausgetauscht. Außerdem seien drei defekte Brennelemente festgestellt worden, die im Rahmen des Brennelementewechsels in der kommenden Woche ersetzt werden sollen.

Insgesamt sei bisher etwa die Hälfte der rund zweitausend Arbeitsvorhaben der Revision abgearbeitet worden, erklärte das Unternehmen. Parallel zu den Revisionsarbeiten werde derzeit der Einbau des Ersatztrafos für den abgebrannten Transformator vorbereitet. Dafür müsse das Trafogebäude vergrößert werden.

Der Atommeiler Krümmel steht seit dem Brand des Transformators am 28. Juni still. Die Brandursache wird laut Vattenfall möglicherweise nie ganz geklärt, da der Trafo völlig ausgebrannt ist. Wann Krümmel wieder ans Netz geht, ist noch offen.

Auch der ebenfalls von Vattenfall betriebene Nachbarreaktor Brunsbüttel wurde nach einer Serie von Störungen abgeschaltet. In der Folge musste neben anderen auch der Europa-Chef des Vattenfall-Konzerns, Klaus Rauscher, gehen. Die Kieler Atomaufsicht prüft einen Lizenzentzug, der aber als schwer durchzusetzen gilt.

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