Scharfe Kritik an Trump
Merkel in Angriffslaune

Ungewohnt scharfe Töne schlägt Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung vor den Abgeordneten des Bundestages an. Eine Woche vor dem G20-Gipfel kritisiert sie auch US-Präsident Trump.
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BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) hat knapp eine Woche vor dem G20-Gipfel in Hamburg die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Wer glaubt, die Probleme dieser Welt mit Isolationismus und Protektionismus lösen zu können, der unterliegt einem gewaltigen Irrtum“, sagte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag unter Beifall, ohne dabei Trump beim Namen zu nennen.

Deshalb gelte mehr als je zuvor: „Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die richtigen Antworten auf die zentralen Fragen unserer Zeit zu finden.“ Das gelte für G20 genauso wie für die EU. Besonders lobte sie den Zusammenhalt von Deutschland und Nachbarland Frankreich.

Der EU-Gipfel in der vergangenen Woche habe sich mit Themen beschäftigt, die mitentscheidend für die Frage seien, welche Rolle Europa künftig in der Welt spielen werde, sagte Merkel. Sie nannte den Kampf gegen den Klimawandel, die Bedrohung durch internationalen Terrorismus, die Chancen von Globalisierung und Digitalisierung sowie die Ursachen von Flucht und Migration. „Keine dieser Herausforderungen macht heutzutage vor irgendwelchen Ländergrenzen Halt.“

Forderungen der USA, das Pariser Abkommen neu zu verhandeln, wies die Kanzlerin zurück. „Das Pariser Abkommen ist unumkehrbar, und es ist nicht verhandelbar“, sagte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung zum G20-Gipfel in Berlin. Der Klimawandel sei eine der größten und existenziellen Herausforderungen der Menschheit. „Als G20 können wir die Herausforderungen, die mit dem Klimawandel für uns alle in der Welt verbunden ist, nicht ignorieren“, sagte Merkel. Sie erwarte schwierige Gespräche und einen Konflikt in Hamburg. „Es wäre unaufrichtig, wenn wir ihn übertünchen würden. Das werde ich jedenfalls nicht tun.“ Sie sei entschlossen, die Beratungen so zu führen, dass sie „Inhalt und Ziel des Pariser Abkommens“ dienten.

Merkel wollte nach der Regierungserklärung gegen Mittag zunächst die britische Premierministerin Theresa May im Kanzleramt empfangen. Dabei dürfte es angesichts der Brexit-Verhandlungen über einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU auch um die besondere Rolle des Landes beim G20-Treffen gehen. Anschließend (12.00 Uhr) wird Merkel mit allen europäischen G20-Teilnehmern zusammentreffen, um sie persönlich über die Schwerpunktthemen von Hamburg zu informieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Ebert,

    dem ist so. Aus Deutschland wandern jedes Jahr über 100.000 Hochqualifizeirte ab. Sicherlich auch weil sie tolle Angebote bekommen. Google, Amazon, Facebook & Co. haben das nötige Kleingeld dazu die Besten abzuwerben.

    Und auch diese Jungens, natürlich auch Mädels sind nicht auf den Kopf gefallen und sehen, was hier in den Innenstädten los ist.

    Glaubt denn wirklich noch irgendjemand in Deutschland, dass diese Personen sich überhaupt getrauen spät abends in einer deutschen Innenstadt eine Fastfoodkette zu betreten.

    Er wäre mit seinem Massanzug von Canali bis Zenga ganz bestimmt nicht auffällig.
    Und S-Bahn teils ein No Go, sowie viele Stadtteile u.a.

    Ich kenne Menschen, die lassen ihre Kinder im Ausland studieren und sind auch der Meinung, dass es besser wäre ni HT mehr in Zunkunft in Deutschland zu sein.

    Prof. Dr. Dr. Heinsohn von der Uni Essen vertritt die Thesen des Youth Bulge die man übrigens kennen sollte.

    Und unser bekannter Sarrazin legt genauso die Finger in die öffnende Wunde und das schon seit Jahren.

    Migration ist einer völliger Flop im Lande. Außer dass der überwiegende Teil aufgrund ihrer Herkunft, Kultur, Sitten, Gebräuche und Religionen in ihrer eigenen Welt (Segregation) neben uns her leben.

    Die jetzige Generation ist zu grossen Teilen dort von Erziehung und Bildung soweit weg wie viele andere vom Zeitalter der Industrie 4.0.

    Oft gibt es finanzielle Unterstütung und Transferleistungrn ausschließlich vom deutschen Staat. Und oft geht das solange von der Wiege bis zur Bahre.

    Anstatt dankbar zu sein beschädtigen sie Polizei und Justiz. Wie Deutschen sind mit unserem unendlichen liberalen und laxen DemokratieVerständnis schon lange an unseren Grenzen. Statt weniger Gewalt und Übergriffe etc. gibt es mehr.

    Und dann ist man plötzlich überrascht.

    Und wie beliebt Recep Erdogan bei seinen Landsleuten ist, haben wir doch gesehen. Wer da wirklich überrascht war ist entweder blind und dumm oder einfach nur ein Esel.

  • Ein Mutiger unter den Dienstwagen-Besitzer und Frau Dr. Merkel könnte ihre Sprüche wo anders abhalten, denn mehr als Schäden hat sie nicht vorzuweisen.

  • Da haben Sie .... (großes "s"). Entschuldigung, ist mir leider nicht rechtzeitig aufgefallen.

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