Schuldenkrise
Altkanzler Schröder greift Großbritannien an

Als Antwort auf die Schuldenkrise fordert Ex-Kanzler Gerhard Schröder mehr europäische Zusammenarbeit. Auch Russland müsse stärker an Europa heranrücken, sagt der SPD-Politiker. Kritik müssen sich die Briten anhören.
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BerlinAls Lehre aus der Euro-Krise fordert Alt-Kanzler Gerhard Schröder eine wesentlich stärkere Integration Europas und die Ernennung eines europäischen Finanzministers. „Man wird national Souveränitätsverzichte üben müssen“, sagte der SPD-Politiker unter Verweis auf das Budgetrecht der nationalen Parlamente dem „Spiegel“ vom Sonntag.

Man dürfe jetzt nicht länger fackeln, sondern müsse Ernst machen mit Kern-Europa. Andernfalls werde Europa zwischen Asien unter der Führung Chinas und einem wiedererstarkten Amerika in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Schröder unterstützte auch das von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ins Gespräch gebrachte Ziel der Vereinigten Staaten von Europa. „Das Europa, das ich mir vorstelle, ist ein stärker integriertes, ergänzt um die Mitgliedschaft der Türkei und eine Assoziierung Russlands“, erklärte der Alt-Kanzler.

Kritisch äußerte sich Schröder indes zur Rolle Großbritanniens, das nicht der Euro-Zone angehört. „Die größten Probleme macht Großbritannien“, sagte Schröder. Obwohl das Land den Euro nicht eingeführt habe, wolle es trotzdem bei der Gestaltung des Wirtschaftsraums immer mitreden. „Das geht nicht zusammen“, kritisierte der SPD-Politiker.

Die jüngsten Schritte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hin zu einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung begrüßte Schröder. Auch hier forderte er ein klares Bekenntnis zu einem Kern-Europa. „Die Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung der Wirtschaftsregierung dürfen nur die Mitglieder im Euro-Raum treffen und nicht der Rat als Ganzes“, forderte der Alt-Kanzler.

CSU-Chef Horst Seehofer dagegen warnte vor einem Europa der zwei Geschwindigkeiten und der Abgabe nationaler Souveränitätsrechte an eine europäische Wirtschafts- und Fiskalunion. „Europa darf nicht auseinanderfallen“, sagte der bayerische Ministerpräsident dem „Spiegel“. Der Euro werde sich nicht retten lassen, indem immer neue Gremien und Instrumente geschaffen würden. „Wir wollen keinen europäischen Superstaat“, betonte Seehofer.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: Altkanzler Schröder greift Großbritannien an"

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  • Um Gotteswillen Herr Schröder, was Reden Sie denn da, zügeln Sie sich bitte, oder wollen Sie uns auch noch in diesem Finanz Strudel mit einzubeziehen um uns auch zu ruinieren ?

    Die Türkei sollte die EU Meiden wie der Teufel das Weihwasser meidet ;-)

    Wir haben doch schon genug mit Israel zu tun, ein EU Balast können wir Wahrlich jetzt nicht gebrauchen und tragen.
    Die meisten Türken wollen die EU garnicht mehr, also lassen Sie es bitte sein. Investieren und fokussieren Sie bitte Ihre Energie, das christliche Abendland vor einer Armageddon zu retten. Sonst kommt wieder ein Antichrist wie im Jahre 1933....dann

  • Um Gotteswillen Herr Schröder, was Reden Sie denn da, zügeln Sie sich bitte, oder wollen Sie uns auch noch in diesem Finanz Strudel mit einzubeziehen um uns auch zu ruinieren ?

    Die Türkei sollte die EU Meiden wie der Teufel das Weihwasser meidet ;-)

    Wir haben doch schon genug mit Israel zu tun, ein EU Balast können wir Wahrlich jetzt nicht gebrauchen und tragen.
    Die meisten Türken wollen die EU garnicht mehr, also lassen Sie es bitte sein. Investieren und fokussieren Sie bitte Ihre Energie, das christliche Abendland vor einer Armageddon zu retten. Sonst kommt wieder ein Antichrist wie im Jahre 1933....dann

  • So ganz anders als Steinmeier, der die Geldschleusen gleich sperrangelweit öffnen wollte.

    In jedem Fall ist sie eine Gertieben; vor allem eine Getrieben der Situation in Deutschland. Wir haben ein Parlament, indem alle vertretenen Parteien am Euro festhalten, wir haben Medien, die das größtenteils gutheißen. Am traurigsten aber ist, dass der deutsche "Wutbürger", der ja für das alles zahlen wird müssen, das alles mitmacht und seinen Frust in Protesten beispielsweise gegen einen lächerlichen Bahnhof abläst. Er wird für das alles noch bitter büßen müssen; spätestens, wenns für die Rente nicht mehr reicht...

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