Schweizer Franken und der Euro
Wie das Schweiz-Szenario die AfD entzaubert

Die Alternative für Deutschlands träumt von der D-Mark-Rückkehr. Wie riskant solche währungspolitischen Schritte sein können, zeigen die Turbulenzen in der Schweiz. Hat sich die AfD damit als Anti-Euro-Partei erledigt?
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BerlinIn der Währungspolitik vertritt die Alternative für Deutschland (AfD) eine ganz spezielle Auffassung. „Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein“, heißt es im Programm der Partei zur Bundestagswahl 2013. In den „politischen Leitlinien“, die später verfasst wurden, wird der Euro-Austritt Deutschlands zwar nicht mehr ausdrücklich erwähnt. Doch gänzlich von dieser Idee verabschiedet hat sich die AfD nie, wie man diese Woche vernehmen konnte.

Ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu den geplanten Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) lieferte AfD-Chef Bernd Lucke einen willkommenen Anlass, den Traum von der Rückkehr zur D-Mark neu zu träumen. Der juristische Freibrief für Anleihekäufe der EZB zeige, dass der Euro keine Stabilitätsgemeinschaft sei und Deutschland daher problemlos zur D-Mark zurückkehren könne, forderte Lucke am Mittwoch.

Nur so einfach, wie es sich Lucke vorstellt, dürfte ein solcher massiver Schritt nicht vollzogen werden können. Im Gegenteil: Das Beispiel der Schweizerischen Notenbank (SNB), die am Donnerstag beschlossen hatte, nicht mehr am Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro festzuhalten, offenbart schonungslos die gravierenden Konsequenzen, wenn ein Land einsame Währungsentscheidungen trifft.

Der Beschluss der SNB löste an den Märkten Panik aus und zeigte, was Deutschland im Falle eines Euro-Austritts droht: Investoren würden fluchtartig ihre Milliarden aus den Südländern abziehen, um sie in der mit Abstand stärksten Volkswirtschaft Europas zu investieren. Die Folge wäre eine katastrophale Währungsaufwertung. Hat sich damit die AfD als Anti-Euro-Partei erledigt?

Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, argumentiert in diese Richtung. „Wenn es denn bei der AfD je etwas zu entzaubern gab, dann sollte es spätestens mit der kurzfristigen Freigabe des Schweizer Franken geschehen sein“, sagte Horn dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die verheerenden Wirkungen auf die Exportchancen der Schweizer Wirtschaft würden sich in Deutschland mit einem Euro Austritt wiederholen.“ Eine Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit wäre aus Sicht Horns die „wahrscheinliche Folge“. Horn äußerte daher die Hoffnung, dass nun auch die Unternehmensverbände in Deutschland ihre „zuweilen etwas schläfrige Verteidigung der Währungsunion sichtbarer werden“ lassen könnten.

Kommentare zu " Schweizer Franken und der Euro: Wie das Schweiz-Szenario die AfD entzaubert"

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  • Ah, ich vergass, es gibt noch eine Möglichkeit.

    Die politische (Transfer-)Union mit allen Konsequenzen!
    Euroland als Staat kann es nicht geben, nur alle EU Staaten würden zu einem Staat mit einer Währung werden können, gegen den Willen der meisten Bürger.
    Na toll, wohl bekommt es!

    Die Franzosen unter Le Pen würden eher die EU verlassen, die Briten sowieso und viele andere Staaten ebenso. Und dann, Deutschland bald allein zuhause mit den wichtigsten Transferstaaten?!

  • @Lukas Sickert
    "Natürlich nicht - nur wird ein Euro-Ausstieg an dieser Tatsache auch nichts ändern"

    Die typische Milchmädchenrechnung!

    Griechenland hat kein Geschäftsmodell, ist nicht wettbewerbsfähig, ist korrupt, hat eine schlechte Finanzverwaltung und sehr schlechte Steuermoral und hat für seine Wirtschaft eine zu starke Währung! Jeder Schuldenschnitt bei gleichzeitiger Beibehaltung der zu starken Währung wird Griechenland außer weiterer wirtschaftlicher Agonie und Schuldenwachstum nichts bringen. Nur der Schuldenschnitt oder Staatsinsolvenz und eigene Währung könnte ein Wende zum besseren einleiten, alles andere sind nur wieder einmal Faxen und dummes Zeug!

    Selbstverständlich kann man noch weitere fünfzig Jahre diese Faxen, den EURO wird es aber schon vorher zerlegen, weiter machen und alle Jahre wieder einen Schuldenschnitt auf Kosten der europäischen Steuerzahler ausführen, wenn der sich das unendlich lange gefallen lässt. Es könnten allerdings auch noch andere Länder auf die Idee kommen das gleiche zu machen. Bulgarien bemüht sich gerade darum den Euro zu bekommen, das käme einer Adoption gleich und Griechenland hätte einen Adoptivbruder! Wer will, außer Ihnen, diese Verarschung eigentlich noch hören?!

  • @Lukas Sickert
    "Das können Sie doch nicht ernsthaft für eine Perspektive halten, oder? ;) Wenn es für die AfD ein echter Plan sein soll, sich einzubunkern und sich hinter den Möglichkeiten im Kleinen zu bescheiden, dann ist die AfD offensichtlich entzaubert."

    Hä, ein bunkern?!
    Es geht darum ob man sich ein Bein abschneidet oder sein Leben verliert bzw. bestenfalls hirntot im Koma vegetiert.

    Bei weiterer Kopplung des Franken mit dem Euro steigen die Schulden der Schweizer Nationalbank ins Astronomische. Sollte der Euro kollabieren soll jeder wertlose Euro zu 1,20 wertlosen Franken umgetauscht werden können?! Die Schweizer würden ihren Nationalbänkern das Herz für solchen verbrecherischen Unsinn herausreißen. Offensichtlich haben Sie den ernst der Lage für den Euro immer noch nicht begriffen, ich wünsche weiteres schönes träumen!

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