Seit 15 Jahren schrittweise liberalisiert
Chronik des Ladenschlussgesetzes

Das Bundesverfassungsgericht hat das Ladenschlussgesetz in seiner aktuellen Form gebilligt. Das im Jahr 1956 eingeführte Gesetz ist in den vergangenen 15 Jahren allerdings schon schrittweise liberalisiert worden.

HB KARLSRUHE. Während früher der Einkauf am Abend bis 18.30 und samstags bis 14 Uhr - am „langen“ Samstag bis 18 Uhr - erledigt sein musste, wurde 1989 für den Donnerstag der „Dienstleistungsabend“ bis 20.30 Uhr eingeführt. Dafür wurde der lange Samstag von April bis September um zwei Stunden verkürzt.

Von 1996 an galt an Werktagen die 20-Uhr-Grenze, außer am Samstag, an dem zunächst bis 16 Uhr (vor Weihnachten bis 18 Uhr) geöffnet sein durfte. Im Juni 2003 ist der Samstag dem Rest der Woche angeglichen worden: Seither sind Öffnungszeiten von sechs bis 20 Uhr erlaubt. Damit ist fast der Stand des Jahres 1900 erreicht: Damals wurden für Werktage Öffnungszeiten zwischen fünf und 21 Uhr festgelegt.

Geschützt sind seit jeher Sonn- und Feiertage - so stand es schon in der Gewerbeordnung von 1891. Allerdings ist dieses prinzipiell fortgeltende Öffnungsverbot längst von zahlreichen Ausnahmen durchlöchert: Apotheken dürfen Arzneien, Kioske Zeitungen und Bäcker Brötchen verkaufen, und an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen kann sich der Kunde mit Artikeln des „Reisebedarfs“ eindecken - wozu fast alles gehört, so dass mancher Bahnhof zum Shopping-Center und nicht wenige Tankstellen zu regelrechten Supermärkten geworden sind. Außerdem sind anlässlich von Märkten und Messen bis zu vier verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage erlaubt. Weitere Ausnahmen gelten für beliebte Tourismusziele.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%