Sieben Milliarden Euro mehr
Run auf die Hochschulen ist teurer als gedacht

Die Kultusminister haben sich verrechnet, sagt der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Die Zahl der Bewerber an Hochschulen ist höher als gedacht. Zudem fordert der Präsident ein zusätzliches Orientierungsjahr.
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BerlinDer Run auf die Hochschulen kommt die Länder und den Bund weit teurer als gedacht. Bis zum Jahr 2015 fehlen 300.000 Studienplätze. Um diese einzurichten und bis zum Ende zu finanzieren sind also bis 2017/2018 fünf bis sieben Milliarden Euro nötig, sagte der neue Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, dem Handelsblatt.

„Da haben sich die Kultusminister klar verrechnet — der Zustrom an die Hochschulen ist fast doppelt so stark gestiegen, wie sie noch 2011 dachten“, sagte Hippler, der derzeit auch noch Präsident des Karlsruhe Institut of Technology KIT ist. „Wir hatten für 2013 420.000 Anfänger erwartet, stattdessen waren es schon 2011 520.000.“ Die Hochschulen brauchten spätestens 2014 mehr Geld und zwar dauerhaft, denn die Studierendenzahlen würden auch danach höher sein als gedacht.
Denn bei den Bewerberzahlen ist das Maximum noch nicht erreicht, ist Hippler überzeugt: „Es wird viel mehr Bewerber ohne Abitur geben, auch der Zustrom aus dem Ausland wird weiter steigen. Gerade junge Leute aus den Krisenländern werden bei uns studieren wollen, weil sie hier auf einen Job hoffen.“ Das sei auch alles gut so, denn Deutschland „braucht ja mehr Akademiker“.

Daneben will der HRK-Präsident den Studienanfängern das Leben erleichtern, und so die Abbrecherquoten senken: „Wir bräuchten ein Einstiegsjahr, die Amerikaner nennen es ,freshman year’.“ In Karlsruhe und Stuttgart werde das schon heute im Pilotprojekt „MINT-school Baden-Württemberg“ gestartet. „Studenten können sich im ersten Jahr orientieren und Mathe- oder Physikkenntnisse verbessern, an denen viele scheitern.“

Der Zulauf sei enorm. So klönne der Schwund in späteren Semestern gesenkt werden, ist Hippler überzeugt. „Denn die meisten scheitern nicht am Intellekt, sondern weil sie sich nicht schnell genug eingewöhnen und fachlich nachlegen müssen. So können wir uns auch verborgene Talente sichern.“ Um ein solches Modell auszuweiten müssten aber die Regelstudienzeit verlängert werden.
Das sich mit einem solchen Einstiegsjahr das Studium um ein Jahr verlängert, hält Hippler für unproblematisch: „Die Zeit des Jugendwahns ist ohnehin vorbei. Die Wirtschaft hat erkannt dass sie nicht möglichst junge Leute will, sondern Persönlichkeiten“, sagte er. Das Zusatz-Jahr sei daher gut investiert.

Geht es nach Hippler, müssten die Universitäten zumindest in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) keine „berufsorientierte Bachelor“ ausbilden, das sei Sache der Fachhochschulen. Denn wenn an den Universitäten der Großteil der Studenten mit dem bachelor-Abschluss abginge, drohten „zwei Katastrophen“, warnte Hippler.

Die Wirtschaft bekomme nicht mehr genug Naturwissenschaftler und Ingenieure, die forschen und entwickeln können. „Die versagen dann schon, wenn sich bei einer Brücke das Material ändert und sie dafür keine Formal haben.“ Und an den Unis breche wegen des Mangels an Doktoranden die Forschung zusammen. Als Konsequenz forderte der HRK-Präsident die Länder auf, keinesfalls länger Master-Quoten zu verordnen, „wie es etwa NRW tut“.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • "Action Mindset" hört sich auch viel cooler an als so ein Fach wie VWL, ey! Das will ich an meiner Hochschule auch studieren!

    Alter, Hammer! Das hat Niveau und Stil, ey - krass-cool!

  • Warum hat man eigentlich das G8 eingeführt. Ich bin eigentlich absolut für seinen Vorschlag eines Orientierungs-Freshman-Kurses, aber: im Endeffekt könnte man das an den Schulen günstiger anbieten, in dem man zurückkehrt zu G9 und dann dort gezielter vorbereitet. An den Hochschulen wird das evtl. teurer. nur mal so eine Idee. Vorbereitungskurse sind aber eine gute Sache und auch in anderen Regionen üblich.

    noch mal Berufsbachelor:

    http://www.bwpat.de/content/ausgabe/20/gerholz-sloane/
    http://www.bwpat.de/ausgabe14/gerholz_sloane_bwpat14.shtml

    Wissenschaft ist immer Fachsystematik gewesen, schon seit Jahrtausenden (Sumer), seit Aristoteles die Wissenschaft systematisch geordnet hat in der platonischen Akademie. Das scheint mir ein Kulturverfall zu sein.

    der Bachelor ist die Vorstufe zum Master. Wenn die Berufspädagogik ihre selbst ausgedachte Didaktik an die Hochschulen bringt,dann ist das eine Anpassung nach unten. Man passt die Bildung in DE immer nach unten an. Immer an die Hauptschule. Wenn ich den Bachelor nun an das dual training anpasse, dann ist das eine Anpassung nach unten an die Hauptschule.

    "Mein Alter hat früher Vwl studiert und Ick studier jetzt das Lernfeld "Action Mindset" Modul 1: in der Ausbildung/im Studium orientieren

    http://www.srh-hochschule-berlin.de/de/studium/business-administration-executive-mba/studieninhalte/

    mir ist das langsam zu klippschulig in DE - im Ausland gibts nachher noch Fachsystematik.

    wenn euch das nicht zu blöd ist - mir ist das zu klippschulig.

    man passt Bildung auch nicht nach unten an -- Anpassung des Bachelors an den Facharbeiter --- dann kann der Bachelor aber auch nicht mehr in EQR in Stufe 6, sondern muss auch in die 4


    http://coachingourselves.com/action-mindset

    Ick studier Action Mindset statt Vwl. Fit to lead!

    http://www.youtube.com/watch?v=sfMnshSFt1o&feature=related







  • Es wird wohl mal Zeit für eine Verfassungsklage, da ich noch für Bildung eigenes Geld bezahlen musste. Und irgendwelche weiterführenden Ansprüche hatte ich auch nicht.
    Ich glaube bald, DE verscherzt sich sämtliche Zukunft.

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