SPD-Kanzlerkandidaten für 2017
Der Nächste, bitte

Tritt Sigmar Gabriel 2017 als Kanzlerkandidat an? Die SPD ist amüsiert über die Spekulationen, weil zuletzt auch Martin Schulz gehandelt wurde. Die K-Frage wird das Arbeitsklima in der Koalition schon bald verändern.
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BerlinAuf den Fluren des Willy-Brandt-Hauses wird am Dienstag gefragt, ob denn schon das Podium aufgebaut werde. Ist die Presse zur feierlichen Verkündigung eingeladen worden? Ein kleiner Seitenhieb auf das letzte Mal, damals war es ja eine ziemliche Sturzgeburt mit Peer Steinbrück. Weil durchgesickert war, dass er Kanzlerkandidat der Genossen wird, musste Sigmar Gabriel einen Besuch in München abbrechen, im Flieger zurück schrieb er flugs am Laptop eine Rede, mittags wurde Steinbrück offiziell der Kandidat der SPD.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. „Die Knall auf Fall erfolgte Nominierung erwischte mich nicht nur ohne Infrastruktur, sondern auch - viel fataler - ohne eine vorbereitete Sprachregelung zu meinen Honorarverträgen“, so Steinbrück rückblickend. Schon im Frühjahr 2013 sei das Duell gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihn verloren gewesen. Nun titelt die „Bild“-Zeitung: „Kanzler oder Klatsche“. Gabriel habe sich entschieden: Er trete 2017 gegen Merkel an.

Quellen dafür gibt es keine. „Noch ist nichts offiziell – doch die Teilnehmer der Koalitionsrunde am Sonntagabend im Kanzleramt spürten die neue Entschlossenheit genau“, heißt es in dem Bericht lediglich. Und Gabriel habe seinen SPD-Vize Ralf Stegner vorgeschickt, die Union schärfer zu attackieren - ein Kurswechsel hin zu mehr Attacke. Doch Stegner ist einer, der nicht groß zum Jagen getragen werden muss - er agiert seit Monaten wie ein Schatten-Generalsekretär und ist unter den Genossen der schärfste Attackenreiter gegen CDU/CSU.

Im Willy-Brandt-Haus ist man am Dienstag amüsiert, daher auch der ironische Seitenhieb auf das hektische Prozedere beim letzten Mal mit Steinbrück. Und es wird verwiesen auf einen „Bild“-Bericht von Ende März, in dem unter Verweis auf geheime SPD-Kreise gefragt wurde: „Wird Martin Schulz Kanzlerkandidat?“ Aber abseits aller Dementis - in der SPD wird die K-Frage durchaus intensiv diskutiert.

Schulz ist nach bisherigen Absprachen nur noch bis zum Jahreswechsel 2016/17 Präsident des Europaparlaments. Er hatte als Spitzenkandidat einen passablen Europawahlkampf hingelegt. Er könnte zumindest eine herausgehobene Rolle im Wahlkampf spielen. Aber praktisch die gesamte SPD-Führungsriege ist sich sicher: Diesmal muss Gabriel antreten.

Sonst sähe es nach erneutem Kneifen vor Merkel aus. Seine innerparteiliche Stellung wäre massiv geschwächt. Fortdauernde Spekulationen, er fahnde nach einem Ersatzkandidaten, der sich eine Niederlage gegen Merkel abholt, sind aber auch nicht zuträglich. Gabriel selbst glaubt, dass Merkel 2017 wieder in den Ring steigt.

Kommentare zu " SPD-Kanzlerkandidaten für 2017: Der Nächste, bitte "

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  • Egal wer sich aufstellen lässt, für mich nicht mehr wählbar seit 2003 !!!

    Kompetenzleere oder lobbygesteuerte Marionetten !

  • Der einzige, denkbare, künftige Kanzlerkandidat der SPD ist sicher M. Schulz, wenn er bis dahin noch leben sollte. Er vertritt die SPD in ihrer ganzen, nichtssagenden Überflüssigkeit ausgezeichnet. Es ist auf jeden Fall völlig egal, wer der nächste SPD-Kanzlerkandidat in der "bewährten" Koalition wird. Sollte die SPD in ihrer Unfähigkeit noch weiter abrutschen, findet die ebenso abgerutschte Muddi einen mindestens gleichgeeigneten Koalitionspartner, der ebenso gut für das "deutsche" Volk schauspielern kann. Mit ein bisschen Wahlmanipulation sollte es schon wieder für 50,01% reichen.

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