Spitzenkandidatur bei Wahl 2008
Michael Naumann soll Hamburgs SPD retten

Nach der Absage des einstigen Bürgermeisters Henning Voscherau präsentiert die krisengeschüttelte Hamburger SPD einen neuen Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl im Stadtstaat 2008 - und landet damit einen Coup: Michael Naumann, unter Gerhard Schröder Kultur-Staatsminister und jetzt „Zeit“-Herausgeber, will antreten.

HB HAMBURG. Der Hamburger SPD-Landesverband teilte am Mittwoch mit, die Findungskommission habe sich einstimmig auf den 65-Jährigen verständigt. „Herr Naumann selbst hat sich auch schon bereit erklärt, zu kandidieren“, sagte SPD-Sprecher Bülent Ciftlik. Für das Amt des SPD-Landesvorsitzenden sei Fraktionsvize Ingo Egloff vorgeschlagen worden. Naumann und Egloff sollen am 24. März auf einem außerordentlichen Parteitag gewählt werden.

Die oppositionelle Hamburger SPD suchte seit Tagen händeringend nach einem neuen Spitzenkandidaten: Mathias Petersen oder Dorothee Stapelfeldt, die beide kandidieren wollten, hatten nach einem Wahlzettelskandal ihren Verzicht auf die Wahl und auf die Ämter des SPD-Landeschefs und der Vizechefin erklärt. Bei der Abstimmung unter Hamburgs SPD-Mitgliedern für Petersen oder Stapelfeldt waren 959 Briefwahlstimmen verschwunden. Henning Voscherau, der von 1988 bis 1997 Regierungschef in Hamburg war, hatte am Dienstag erklärt, er wolle sich aus Rücksicht auf seine Familie nicht erneut für das Amt bewerben.

Michael Naumann war 1998 Leiter eines Verlages in New York, als ihn der Ruf von Gerhard Schröder nach Berlin erreichte. Reichlich zwei Jahre lang war er der erste „Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien“, für den sich die Bezeichnung Kultur-Staatsminister eingebürgert hat. Anfang 2001 wechselte Naumann als Mitherausgeber zur „Zeit“; seinen Posten in der Bundesregierung übernahm der damalige Münchner Kulturreferent Julian Nida-Rümelin.

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