Standort Bochum
Politiker greifen GM an

Die Politik reagiert weitgehend hilflos auf die Schließung des Opelwerks in Bochum: Der Eigentümer GM habe versagt, nun müsse alles getan werden, um die Betroffenen abzusichern.
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Die Bundesregierung hat die Entscheidung von GM, das Opel-Werk in Bochum 2016 zu schließen, hart kritisiert. "Das ist ein schwerer Schlag für die betroffenen Menschen, für ihre Familien, aber auch für den Industriestandort Bochum", sagte Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin.

Kanzlerin Angela Merkel erwarte, dass GM alles unternehme, um sozialverträgliche Lösungen zu finden, hieß es in Berlin. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle monierte, das Management des US-Konzerns liefere seit Jahren eine Hängepartie und habe dem Ansehen der Marke Opel geschadet. Auch er forderte faire Lösungen für die Mitarbeiter. Dabei könne der Staat allerdings nur flankierend tätig werden.

Auch die Landesregierung verlangte eine Perspektive für die Beschäftigten. "Jetzt muss es darum gehen, den Opel-Vorstand beim Wort zu nehmen. Es muss ernsthaft und belastbar an einer Perspektive für den Standort gearbeitet werden", erklärt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Ähnlich argumentiert der SPD-Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück. Jetzt komme es darauf an, "Bochum als Standort auch nach dem Ende der Automobilherstellung zu erhalten". Er erwarte vom Management von Opel und General Motors, dass mit der IG Metall und den Betriebsräten für den anstehenden Personalabbau "eine sozialverträgliche Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen" gefunden werde.

Gleichzeitig nutzt Steinbrück die Nachricht für eine Attacke auf die Bundesregierung: "Nachdem Rüttgers, Koch und Guttenberg Opel zur eigenen Profilierung und zu Lasten der Opel Beschäftigten genutzt haben, steht jetzt die Belegschaft mit der Solidarität der anderen Belegschaften und mit Hannelore Kraft und der nordrhein-westfälischen Landesregierung alleine da. Insofern sind die heutigen Äußerungen von Herrn Brüderle blanker Populismus und nur zynisch."

 




Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Standort Bochum: Politiker greifen GM an"

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  • Nun muß man den Leuten helfen...
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    Na das ist doch ganz einfach liebe Politiker.
    Die Frauen werden alle ganz schnell Altenpflegerinnen und Erzieherinnen, für wenig Lohn. Auch wenn sie bildugnsmäßig nicht die Voraussetzungen für iese Berufe haben. Aber das macht nichts.
    Die Männer schicken wir durch Leiharbeitsfirmen als Unterbezahlte in die Wirtschaft also sog. Aufstocker
    Das ist ja wieder eine gute Subvention für die Wirtschaft.
    Paßt doch alles
    Diese Insrumente wurden doch von Schröder, den Grünen und Merkel geschaffen.
    Opel ist nur der Anfang.
    Vielleicht gibt es bald auch in Deutschland einen Tahir-Platz und ich glaube, genau davor haben unsere Politbonzen Angst

  • Na...die Steuerzahler der EU "retten" bzw. subventionieren doch gerade ein unprofitables französisches Stahlwerk. Nun habt Euch mal nicht so Leute. Deutschland muss halt seine Exportüberschüsse abbauen, damit unsere "Freunde" jenseits des Rheins auch weiterhin mit 60 in Rente gehen können und Peugeot vielleicht drei , vier Autos mehr absetzen kann...

  • Der kommt bestimmt mit dem Vorschlag, dass die Opelmitarbeiter doch Vorträge halten sollen. Er hat es schließlich vorgemacht.

    Niemand wollte bzw. kann ihn hören und dennoch haben ihm seine Freunde für seine Vortragstätigkeit 1,25 mio. Euro zugesteckt.

    Geld erhält bekanntlich die Freundschaft.

    Nicht nur, dass die Finanzindustrie unter ihm, Steinbrück, sich die eigenen Gesetze geschrieben haben, nein, jetzt ist man sich sicher: "Da geht noch mehr."

    Kein Wunder, dass Deutschland einen der vorderen Plätze in Sachen Korruption belegt.

    Weshalb reagiert das Volk nicht? Auf den Staat kann man sich nicht mehr verlassen (siehe hierzu die bekannt gewordenen Fakten zum Fall "Richter Otto Brixner", in den Medien als Fall "Mollath" bezeichnet, oder die Kritik an der Justiz des Richters Fahsel).

    http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1862051_0_9223_-bitterboeser-leserbrief-ex-richter-geht-mit-seiner-zunft-ins-gericht-und-die-schweigt.html

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