Steinmeier als Gauck-Nachfolger
Merkels Frust, Gabriels Freude

Das Gezerre um die Bundespräsidentenkandidatur hat ein Ende. Auch die CDU gibt nun dem Kandidaten Frank-Walter Steinmeier ihren Segen. Doch für Kanzlerin Angela Merkel ist das ein herber Rückschlag. Ein Kommentar.
  • 53

BerlinSpätestens seit der Kür eines Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Christian Wulff wissen wir, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Besetzung von Spitzenposten keine glückliche Hand hat. Joachim Gauck wurde ihr damals von der FDP vorgesetzt, sie konnte nicht umhin, musste gute Miene zum bösen Spiel machen und dabei helfen, Gauck zu inthronisieren.

Jetzt also wird mit Frank-Walter Steinmeier ein SPD-Mann der gemeinsame Kandidat der Großen Koalition. Steinmeier genießt ohne Frage höchstes Ansehen in der Bevölkerung und niemand hat ernsthaft Zweifel daran, dass er den Herausforderungen des Präsidentenamtes gewachsen ist. Aber Merkels Kandidat ist er eben nicht.

Hier rächt sich, dass Merkel es seit Jahren versäumt hat, Leute aufzubauen, die für höchste Ämter in Frage kommen. Die CDU ist Merkel und Merkel ist die CDU. Wo hätte sie einen Kandidaten hernehmen sollen?

Sigmar Gabriel hat diese Chance gut genutzt. Der SPD-Chef erlebt eine Glückssträhne: Die Lösung im Fall Edeka/Tengelmann kann er auf der Haben-Seite verbuchen, die Zustimmung seiner Partei zu Ceta ebenfalls. Auch sein Eintreten für eine Neubewertung der Wirtschaftsbeziehungen zu China hat ihm Lob eingetragen.

Nun der Coup mit dem Präsidentschaftskandidaten. Wer das einfädeln und durchziehen kann, der ist der ideale Kanzlerkandidat für die SPD.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Steinmeier als Gauck-Nachfolger: Merkels Frust, Gabriels Freude"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Ich habe heute mir heute zu verschiedenen Artikeln die Kommentare angesehen, bei einem mich auch intensiver als sonst beteiligt. Was habe ich als Resümee gezogen aus den Kommentaren: Deutschlands steht am Abgrund dank den aktuellen Politikern. Wenn ich auch diese Einschätzung hätte, würde ich mich auf dem schnellsten Wege in das Eldorado namens Trump- oder Putin-Land machen. Ich gehe mal davon aus, dass keiner der täglich Kommentierenden diesen Schritt unternommen hat. Sollte doch der ein oder andere diesen Schritt in der Vergangenheit umgesetzt haben oder in Kürze umsetzen, meine Hochachtung, dass ist konsequent. Für mich kommt ein derartiger Schritt nicht infrage. Natürlich ist in Deutschland nicht alles Gold, was glänzt. Aber das ist ja nichts Neues, das war schon immer so. Mir und meiner Familie geht es jedenfalls prächtig.

    Allen, die täglich sich wieder mit Kommentaren melden, weiterhin angenehmes Kommentieren. Vielleicht fallen dem Einen oder Anderen stilistische Verbesserungen ein, damit unterirdische Kommentare eher die Ausnahme sind.

    Ich verabschiede mich erst einmal für die nächsten fünf Monate, es gibt für mich Wichtigeres, z. B. jungen Menschen aus Problemfamilien in Deutschland zu helfen. Das gilt sowohl für junge Deutsche als auch für Migrantenkinder. Ob ich nach fünf Monaten mich einmal wieder mit einem Kommentar melde, entscheide ich dann.

    good bye

  • Man lernt nichts dazu, weder in den Medien noch bei Frau Merkel. Statt mit dem Poste-Geschachere aufzuhören, geht es munter weiter. Die Lüge-Eule kann dann ja von der Kanzel das tumbe Volk beschimpfen, dass ihrer nicht würdig ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%