Strafe kann unter Umständen auch noch höher ausfallen
Ankläger fordern dreieinhalb Jahre für Strauss

Im Augsburger Strafprozess gegen den bayerischen Politikersohn Max Strauß hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mindestens dreieinhalb Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung gefordert.

HB AUGSBURG. Nach einem fast sechs Monate langen Verfahren vor dem Landgericht Augsburg sah es die Anklage am Donnerstag in ihrem fast vierstündigen Plädoyer als erwiesen an, dass der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß Provisionen von dem nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber bewusst nicht versteuert und den Fiskus um 1,8 Mill. DM (gut 900 000 €) geschädigt hat.

Die Verteidigung forderte dagegen Freispruch für den Angeklagten. Strauß könne nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass er an Panzer- und Flugzeuggeschäften beteiligt gewesen sei und dafür Provisionen erwirtschaftet habe.

Staatsanwalt Christoph Wiesner sagte, der 45-jährige Strauß habe ein hohes Maß an krimineller Energie gezeigt: „Mit seinem Freund Schreiber hat er versucht, den Staat auf höchst raffinierte Weise auszutricksen und zu täuschen.“ Sollte Strauß die Geldstrafe aus einem früheren Verfahren wegen Beihilfe zum Anlagebetrug der Wabag- Firmengruppe von 300 000 € nicht wie angekündigt vor dem für den 15. Juli erwarteten Urteil bezahlen, wird aus beiden Prozessen eine Gesamtstrafe gebildet. Für diesen Fall beantragte die Staatsanwaltschaft viereinhalb Jahre Haft.

Die Provisionen von Schreiber für Panzer- und Flugzeuggeschäfte mit Saudi-Arabien, Thailand und Kanada waren auf ein Schweizer Tarnkonto geflossen. Behauptungen Schreibers, bei dem Konto habe es sich um einen CSU-Fonds gehandelt, wies die Anklage zurück.

Strauß sei für Schreiber mit seinem prominenten Namen der „Türöffner“ bei internationalen Geschäften gewesen, sagte der Staatsanwalt. Im Gegenzug habe Schreiber den Angeklagten über fünf Jahre hinweg mit fest vereinbarten Provisiones von insgesamt 5,2 Mill. DM bedacht: „Der Angeklagte wusste, dass Schreiber das Geld treuhänderisch für ihn verwaltet.“

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