Streit über Atomausstieg
Ex-Grünen-Chef legt sich mit Umweltorganisation an

Mit ihrer Zustimmung zum Atomausstiegsplan der Kanzlerin haben die Grünen einstige Verbündete verärgert. Doch die Art, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Kritik äußert, geht der Ökopartei zu weit.
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Berlin/DüsseldorfDie Entscheidung der Grünen, im Bundestag dem schwarz-gelben Atomausstieg bis 2022 zuzustimmen, obwohl sie bisher einen schnelleren Ausstieg bis 2017 gefordert hatten, sorgt für miese Stimmung. Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, sprach von einem „nicht nachvollziehbaren“ Beschluss des Grünen-Sonderparteitags. Dieser habe „erhebliche Empörung und Enttäuschung“ ausgelöst, sagte Weiger der in Essen erscheinenden Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung. „Wir bedauern und kritisieren die Entscheidung, weil wir die Ereignisse von Fukushima und die daraus zu ziehenden Konsequenzen ernster nehmen als die Grünen“, so Weiger weiter. Die Grünen hätten nun ein „Glaubwürdigkeitsproblem“. Weiger betonte zudem, dass die Anti-Atombewegung „keine außerparlamentarische Hilfstruppe der Grünen“ sei. „Wir sind jetzt eigenständig gefordert zu handeln und gesellschaftliche Veränderungsprozesse anzustoßen.“

Die harsche Kritik blieb den Grünen nicht verborgen. Der frühere Vorsitzende der Öko-Partei, Reinhard Bütikofer, wies die BUND-Schelte über Twitter zurück. Dass der BUND, nicht die „außerparlamentarische Hilfstruppe“ der Grünen sei, konterte er mit den Worten: „OK. Und wir sind nicht Eure parlamentarische Hilfstruppe.“

Die Grünen hatten am Samstag nach sechsstündiger kontroverser Debatte entschieden, im Bundestag dem schwarz-gelben Atomausstieg bis 2022 zustimmen. Die CDU begrüßte dies. Grünen-Chefin Claudia Roth äußerte sich aber zurückhaltend zu einem möglichen schwarz-grünen Bündnis im Bund und betonte, dass Union und Grüne noch sehr viel trenne.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der als vehementer Streiter für Merkels Atomwende gilt, machte derweil deutlich, dass die Grünen trotz ihres Votums für den Atomausstieg 2022 weiterhin eine wichtige Rolle inne haben werden. „Die Jahrhundertaufgabe besteht darin, unser Wirtschafts- und Lebensmodell mit den Lebensgrundlagen unseres Planeten in Einklang zu bringen. Das ist noch lange nicht erreicht“, sagte Kretschmann der in Heidelberg erscheinenden „Rhein-Neckar-Zeitung“. Den Grünen komme dabei eine „Führungsaufgabe“ zu.

Das Gründungsmitglied der Partei fügte hinzu: „Wir müssen der Welt zeigen, dass es funktioniert, zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien zu setzen. Dann wird ein Dominoeffekt ausgelöst; andere Länder werden sich anschließen.“

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Ex-Grünen-Chef legt sich mit Umweltorganisation an

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Energiewende wird Wahlkampfthema

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CDU-General: "Natürlich freue ich mich"

Kommentare zu " Streit über Atomausstieg: Ex-Grünen-Chef legt sich mit Umweltorganisation an"

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  • Grüne? Nein Danke!

  • Wenn man bedenkt, dass die Grünen eigentlich einen Ausstieg bis 2017 wollen, werden ie Aussagen noch irrwitziger!

  • Zitat: "Die Energiewende sieht Kretschmann als ein zentrales Wahlkampfthema im Jahr 2013. „Die Frage lautet: Wie schaffen wir es, unser Wirtschaftsmodell auf grüne Produktlinien umzustellen, die energie- und ressourcensparend sind?“, sagte erste Grünen-Regierungschef eines Bundeslandes."

    Das ist handeln wie im wilden Westen: zuerst wird geschossen, dann gefragt. Es ist schon kennzeichnend, daß zuerst die AKW abgeschaltet werden - und man sich danach Gedanken darüber macht, wo die jetzt fehlende Energie vor allem auch für die Wirtschaft/Industrie denn nun herkommen soll.

    So blauäugig ist scheinbar auch ein Kretschmann nicht zu glauben, die bis dato zur Verfügung stehenden alternativen Energien könnten das Defizit berechenbar und vor allen versorgungssicher abdecken. Dann aber haben die Grünen alle ihre Wähler bewußt belogen. Fünf sechs Stunden Stromausfall im Ruhrgebiet wird die Parteienlandschaft neu ordnen, ganz sicher.

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