Streit um Kassenfinanzen und freie Arztwahl
Geteiltes Echo zu Hausarztmodell

Der Sprecher des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, Florian Lanz, warnte deshalb davor, unterschiedslos alle Hausärzte in das Modell einzubeziehen. „Klasse statt Masse muss das Ziel sein, nicht umgekehrt“, sagte Lanz der dpa. Nach seiner Ansicht wäre nichts gewonnen, wenn alle Kassen pauschal Verträge mit allen Hausärzten ohne Beachtung von Mindeststandards schlössen. Der Versicherte bekomme nur dann mehr Qualität. Die Möglichkeit zur freien Hausarzt- Arztwahl werde aber eingeschränkt.

Dies kritisierte heftig der Virchow-Bund, der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. „Mit diesem billigen Köder sollen die Patienten auf den Leim einer Zuteilungsmedizin gehen und auf ihr Recht einer freien Arztwahl verzichten“, meinte Vizechef Hans-Martin Hübner. Das Konzept sei eine „Mogelpackung“ der Kassen, die durch Verzicht auf die Praxisgebühr lediglich bei den Patienten „punkten“ wollten, damit aber „Beitragserhöhungen“ in Kauf nähmen.

Die ersten Hausarzt-Modelle wird es nach Einschätzung der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) erst Ende 2004 geben. DAK- Vorstand Herbert Rebscher warnte im „Hamburger Abendblatt“ (Montag) deshalb davor, voreilige Schlussfolgerungen zu ziehen. Es sei zwar richtig, dass viele Kassen mit Hausärzte-Verbänden über ein solches Modell verhandelten, doch seien noch keinerlei Details geklärt.

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