Streit um Werte
Das Konservative und der Kern der Union

Die Unionspolitiker reden viel über Werte. Nur meint damit jeder etwas Anderes. Während Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Lob von älteren Konservativen bekommt, eckt Familienminsterin Kristina Schröder an. Vielleicht sollte sie den Namen ihres Ministeriums erweitern.
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BERLIN. Über das Konservativ-Sein reden sie viel in diesen Tagen in der CDU. Hessens früherem Ministerpräsidenten Roland Koch ist das Konservative ein ganzes Buch wert, und im Umfeld der Kanzlerin müht man sich sehr, den alten Begriff in die Moderne zu dehnen, und sagt dort: Konservativ ist nicht fortschrittsfeindlich.

Als konservative Werte schwimmen Familie, Wehrpflicht und Ordnung an der Oberfläche der Debatte, und vielleicht denkt mancher auch an Zusammenhalt.

Nun gibt es in der CDU ältere Konservative wie den Wirtschaftsratsvorsitzenden Kurt Lauk und jüngere Konservative wie die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Dazu gibt es in der CSU den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und in der FDP den Gesundheitsminister Philipp Rösler, die beide jung sind und deren konservativ-fortschrittliche Reformen gestern großes Lob bekamen von Lauk.

Allein die ebenfalls junge Ministerin Schröder zog Missfallen auf sich: Sie müsse sich der Demografie stellen, sagte Lauk. Es könne nicht angehen, dass der Staat bald 200 Mrd. Euro für Familien umverteile und dann eine solch klägliche Geburtenrate dabei herauskomme, rüffelte er die CDU-Parteifreundin.

Höchste Zeit also für Schröder, über das Konservative neu nachzudenken und dem Namen ihres Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend noch etwas anzufügen: für Geburtenrate.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

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