Studie
Die Hälfte der Überstunden bleibt unvergütet

Einer Studie zufolge bekommen Deutsche nur für gut die Hälfte ihrer Überstunden einen Ausgleich in Form von Geld oder Freizeit. Zwischen Männern und Frauen tut sich hinsichtlich unbezahlter Überstunden eine Kluft auf.
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BerlinDie Arbeitnehmer in Deutschland leisten nach einer neuen Studie im Durchschnitt 12,3 Überstunden pro Monat, von denen allerdings nur etwas mehr als die Hälfte vergütet wird.

Wie die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) unter Berufung auf die Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) berichtet, werden durchschnittlich 6,9 Überstunden bezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen. 3,2 Stunden werden demnach nicht vom Arbeitgeber kompensiert, die übrige zuviel geleistete Zeit wird nur zum Teil vergütet.

Wie die Zeitung weiter schreibt, leisten Männer deutlich mehr unbezahlte Überstunden als Frauen. Danach kommen männliche Beschäftigte auf durchschnittlich 4,3 Überstunden, die nicht vergütet werden. Bei den weiblichen Angestellten sind es 2,1 Stunden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Arbeitsmengen werden so geschaffen, daß sie in einer durchschnittlichen Arbeitszeit nicht zu schaffen sind. Das ist mittelbarer Zwang zur Mehrarbeit. Gleichzeitig wird ein Anspruch auf Bezahlung dieser Mehrarbeit durch Klauseln im Arbeitsvertrag ausgeschlossen. Einige dieser zu weitgehenden Klauseln hat das Bundesarbeitsgericht wegen zu unbestimmtem Inhalt gekippt. Das sagt doch alles. Gleichzeitig verschwinden Klauseln über zusätzliche Gratifikationen oder Weihnachtsgeld in den letzten Jahrzehnten für das Gros der Angestellten aus den Vertragstexten bzw. werden nicht unerheblich in ihrem Wertbetrag gekürzt. Im selben Maß sind die Vergütungen der leitenden Angestellten bzw. Gewinne der Unternehmer gestiegen. Klar wo das Geld ist. Damit hat man als leitender Angestellter oder Unternehmer natürlich eine andere Sicht auf die Dinge.

  • Gewerkschaft gründen ist schwierig - lieber Betriebsrtat ;o) Wie das geht, kann Verdi oder IGMetall erklären - nur Mut, das lohnt!
    Organisieren ist leider nur im Tarifbereich hilfreich. Für Fach- und Führungskräfte tun die deutschen Gewerkschaften zu wenig. Besser können das die Skandinavier, da kümmern sich die Gewerkschaften auch um die Leute im Management - das liegt bei uns seit Jahrzehnten brach, leider.

  • Aus eigener Erfahrung kenne ich die Situation in Krankenhäusern: Viel zu wenig Personal, viel zu viele Überstunden.

    Und, habt Ihr eine Gewerkschaft?
    Wenn nicht, schnellstens gründen!

    Die Pflegebranche ist der größte Arbeitgeber Deutschlands.
    Ihr lasst Euch sinnlos ausbeuten. Wehrt Euch. Das geht!
    Eisern sein und bleiben.
    Sagt endlich (und setzt es auch durch): mit mir nicht!
    Wenn Ihr für Eure Kollegen einspringt, ist das kein Gefallen für die Kollegen, sondern dient nur dem Arbeitgeber, der sich auf Eure Knochen ins Fäustchen lacht und weiter an Eure Moral appeliert, die er nicht hat!
    Wehrt Euch!

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