Studie in NRW
Kassenpatienten warten viel länger auf Arzttermin

Laut einer Wartezeit-Erhebung von den Grünen in NRW warten gesetzlich Versicherte wesentlich länger auf einen Arzttermin als die Privaten. Die Partei fordert nun ein neues Honorarsystem: gleiche Leistung gleiches Geld.
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Berlin/DüsseldorfGesetzlich versicherte Patienten müssen in Nordrhein-Westfalen nach einer Studie im Schnitt 20 Tage länger auf einen Arzttermin warten als privat Versicherte. Zu diesem Ergebnis kommt eine telefonische Erhebung der Grünen. Besonders auffallend seien die Wartezeiten in Bonn, Köln und Bielefeld mit 23 und 24 Tagen Unterschied. In Münster betrug diese Differenz demnach nur zwölf Tage.

Die Grünen riefen bei 405 Facharztpraxen in acht unterschiedlichen Regionen an - einmal als Kassen- und einmal als Privatpatient. Überprüft wurden sechs Fachrichtungen: Haut, Augen, Kardiologen, Radiologen, Innere Medizin und Orthopädie.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, kritisierte, es sei nicht akzeptabel, dass zwei Drittel der privat Versicherten innerhalb von drei Tagen einen Termin bekämen, mehr als zwei Drittel der gesetzlich Versicherten aber erst innerhalb eines Monats.

Bei Radiologen und Hautärzten sind die Wartezeiten am längsten

In ganz krassen Fällen unterschieden sich die Wartezeiten um mehr als drei Monate. Problematisch sei die Situation für Kassenpatienten insbesondere bei Radiologen und Hautärzten in NRW. Hier müssten sie 33 beziehungsweise 25 Tage länger warten als privat Versicherte. Bei Kardiologen liege die Differenz dagegen nur bei sechs Tagen.

Klein-Schmeink sagte: „Solange Fachärzte für die Behandlung von privat versicherten Patienten erheblich höhere Honorare als für die Behandlung von gesetzlich Versicherten erhalten, gibt es einen strukturellen finanziellen Anreiz, privat Versicherte zu bevorzugen.“ Es sei zwar nachvollziehbar, warum Fachärzte so agieren. Nicht gerechtfertigt sei aber, dass Ärzteverbände diese erheblichen Unterschiede zwischen als populistische Debatte abtun.

Sie plädierte für eine gemeinsame Honorarordnung für Ärzte. Für gleiche Leistung werde es dann gleiches Geld geben, „ganz gleich welcher Versicherer das Honorar zahlt“. Die heutigen Honorartöpfe sollen in einem transparenteren System mit gerechterer Verteilung zusammengeführt werden. Dies sei einer der Schritte auf dem Weg zur Bürgerversicherung.

Die von der Bundesregierung geplanten Terminservicestellen werden nach Einschätzung der Grünen das Problem langer Wartezeiten für Patienten nicht lösen, argumentierte Klein-Schmeink. Das Hauptproblem liege nämlich darin, dass gesetzlich Versicherte wesentlich längere Wartezeiten hinnehmen müssten als privat Versicherte. Die umstrittenen Terminservicestellen sollen von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eingerichtet werden, um Patienten zeitnah Behandlungstermine bei Ärzten zu vermitteln.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Herr Gerle: Die PKV ist keine Versicherung, in der man zwischen verschiedenen Unternehmen hin- und herspringt um den ein oder anderen Euro zu sparen. Die Altersungsrückstellungen sind dazu gedacht, das Kollektiv vor Beitragssteihgerungen zu schützen bzw diese abzumildern. Daher auch nur begrenzte Mithnahme möglich. Im Übrigen steigen die Beiträge im gesetzlichen System mindestens genauso stark: steigende Beitragssätze, keine paritätische Finanzierung mehr durch AN und AG, sondern immer mehr Belastung des AN, Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze, immer mehr und immer höhere Zuzahlungen. Nur, hier mekt`s keiner oder die Presse hetzt nicht so dagegen. Welcher Bürger weiß schon, was eine Beitragsbemessungsgrenze ist bzw wie sich deren jährliche Anhebung auf die KV-Beiträge auswirkt?

  • Die GKV muss umgestellt werden auf Kopfpauschale.
    Damit wäre schon viel gewonnen.

  • Stimmt! Zumindest bei der Haftpflicht. Und irgendwie funktioniert Marktwirtschaft da trotzdem. Also können wir es bei der Krankenversicherungspflicht lassen. Aber ansonsten freie Versicherungswahl bei jährlicher Kündigungsmöglichkeit.

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